Manchester City in allen 115 Anklagepunkten schuldig gesprochen
Eine unabhängige Kommission der Premier League hat Manchester City wegen Verstößen gegen die Finanzregeln in allen 115 Anklagepunkten für schuldig befunden. Dem Klub drohen drastische Strafen, möglicherweise sogar der Ausschluss aus der Liga. Manchester City kündigte Berufung an.
Manchester City ist von einer unabhängigen Kommission der Premier League in allen 115 Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Liga schuldig gesprochen worden. Die Vorwürfe beziehen sich auf den Zeitraum zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18. Die Premier League bestätigte das Urteil offiziell. Es handelt sich um einen der größten Skandale in der Geschichte des englischen Fußballs.
Dem Klub drohen nun schwere Sanktionen. Dazu könnten ein massiver Punktabzug oder sogar der Ausschluss aus der Premier League gehören. Über das konkrete Strafmaß soll in einer weiteren Anhörung vor der unabhängigen Kommission gesondert entschieden werden, wie die Liga mitteilte. Richard Masters, Chef der Premier League, bezeichnete das Verfahren und die Entscheidung als «den bedeutendsten Fall in der Geschichte der Premier League».
Manchester City reagierte enttäuscht auf die veröffentlichte Stellungnahme der Kommission und beteuerte seine Unschuld. Der Verein kündigte an, Berufung einzulegen. Die Entscheidung enthalte «eindeutige wesentliche Fehler in rechtlicher Hinsicht sowie bei Grundsätzen und Tatsachen» und sei daher nicht tragfähig. Der Klub hat bis Freitag Zeit, Berufung einzulegen.
Die Premier League hatte Manchester City im Februar 2023 nach mehrjährigen Ermittlungen angeklagt. Ausgelöst wurden diese durch die Enthüllungen der «Football Leaks» im «Spiegel». Die Vorwürfe beziehen sich im Kern auf die Jahre 2009 bis 2018, in denen der Klub dreimal englischer Meister wurde. Sie reichen von falschen Angaben zu Finanzen und Sponsoringeinnahmen bis zu unvollständigen Informationen über Trainer- und Spielergehälter. Zudem soll City bei der Aufklärung nicht ausreichend mit der Liga kooperiert haben.
Der Verein, der seit 2008 Scheich Mansour aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehört, wies die Vorwürfe immer wieder zurück. Ende September hatte zuerst das Portal «The Athletic» über den Schuldspruch berichtet. Klubchef Khaldoon Al Mubarak schrieb daraufhin an die Fans, die Zuversicht, die Unschuld des Klubs zu beweisen, sei ungebrochen. Er sieht City im Visier von Gegnern: Es gebe «noch immer viele, die den Aufschwung unseres Klubs untergraben wollen».
Es ist nicht das erste Mal, dass Manchester City bestraft wird. Schon 2020 hatte die Uefa den Verein wegen Verstößen gegen das «Financial Fairplay» für zwei Jahre von den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof Cas hob die Sperre auf und senkte die Geldstrafe von 30 auf 10 Millionen Euro.
Der Fall dürfte weitreichende Folgen für den englischen Fußball haben. Sollte es zu einem Punktabzug oder gar zum Ausschluss kommen, würde dies die Wettbewerbsfähigkeit des Klubs und die Kräfteverhältnisse in der Premier League nachhaltig verändern. Die kommenden Wochen werden zeigen, welche Sanktionen die Kommission verhängt und ob Manchester City mit seiner Berufung Erfolg hat.
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