Die französischen Behörden haben vor dem WM-Viertelfinale gegen Marokko die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Sie befürchten Ausschreitungen im ganzen Land, wie aus offiziellen Stellungnahmen hervorgeht. Die Partie in Foxborough im US-Bundesstaat Massachusetts beginnt um 22 Uhr MEZ und gilt als eines der politisch und emotional aufgeladensten Spiele des Turniers.
Die französische Sportministerin appellierte an die Fans, sich friedlich zu verhalten. «Fehlverhalten wird nicht toleriert», hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Die Behörden rechnen mit Spannungen, da die Partie nicht nur sportliche, sondern auch gesellschaftliche und historische Dimensionen hat. Frankreich und Marokko verbindet eine enge, aber auch komplexe Beziehung, die durch die koloniale Vergangenheit und die große marokkanische Diaspora in Frankreich geprägt ist.
Bereits bei der WM 2022 in Katar hatte das Halbfinale zwischen beiden Mannschaften für emotionale Szenen gesorgt. Nach dem marokkanischen Sieg gegen Portugal kam es in mehreren französischen Städten zu Feierlichkeiten, aber auch zu Ausschreitungen. Die Behörden wollen diesmal mit einem verstärkten Polizeiaufgebot und präventiven Maßnahmen verhindern, dass es zu ähnlichen Vorfällen kommt. In Paris, Lyon und Marseille wurden zusätzliche Sicherheitskräfte in Bereitschaft versetzt.
Die Partie ist das erste Viertelfinale der WM 2026. Frankreich geht als einer der Turnierfavoriten ins Spiel, während Marokko nach seinem historischen Halbfinaleinzug 2022 erneut für eine Überraschung sorgen will. Die Mannschaft von Trainer Walid Regragui hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und gilt als schwer besiegbar. Frankreichs Trainer Didier Deschamps warnte vor einer Unterschätzung des Gegners: «Marokko hat gezeigt, dass es auf höchstem Niveau mithalten kann.»
Neben den Sicherheitsvorkehrungen in Frankreich sorgt auch die Stimmung in Norwegen für Schlagzeilen. Das Land befindet sich vor seinem Viertelfinale im Ausnahmezustand. Die norwegische Mannschaft hat sich erstmals seit langer Zeit für die K.o.-Phase einer Weltmeisterschaft qualifiziert und löst damit eine Welle der Begeisterung in der Heimat aus. In Oslo und anderen Städten werden Public-Viewing-Veranstaltungen erwartet, die Zehntausende Fans anziehen könnten.
In Großbritannien hat Premierminister Keir Starmer unterdessen einen Feiertag für den Fall eines englischen WM-Titels in Aussicht gestellt. Sollte die englische Nationalmannschaft das Turnier gewinnen, wolle er einen nationalen Feiertag ausrufen, ließ Starmer über seinen Sprecher mitteilen. England steht ebenfalls im Viertelfinale und trifft dort auf einen noch nicht ermittelten Gegner. Die Ankündigung stieß in der britischen Öffentlichkeit auf gemischte Reaktionen. Während viele Fans die Geste begrüßen, kritisieren Oppositionspolitiker den Zeitpunkt der Ankündigung als unangemessen.
Die FIFA hat unterdessen eine Sperre gegen den englischen Verteidiger Jarell Quansah verhängt. Der Profi des FC Liverpool wurde für zwei Spiele gesperrt und fehlt Nationaltrainer Thomas Tuchel damit in den entscheidenden Phasen des Turniers. Die Sperre sorgte in England für Diskussionen, da Quansah als wichtige Stütze der Abwehr gilt. Die FIFA begründete die Entscheidung mit einem Regelverstoß, ohne nähere Details zu nennen. Der englische Verband kündigte an, Einspruch gegen die Sperre einzulegen.
Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko geht damit in ihre heiße Phase. Die Viertelfinalspiele versprechen hochklassigen Fußball und emotionale Momente. Für die Sicherheitskräfte in mehreren Ländern bedeutet dies eine erhöhte Belastung. Die Behörden in Frankreich, Norwegen und Großbritannien arbeiten eng mit den US-amerikanischen Sicherheitsbehörden zusammen, um einen reibungslosen Ablauf der Spiele zu gewährleisten. Die Fans werden aufgefordert, sich an die Regeln zu halten und auf Provokationen zu verzichten.



