Fifa sperrt Leandro Paredes nach WM-Finale für zehn Spiele
Die Fifa hat nach den Tumulten im WM-Finale harte Strafen verhängt. Argentiniens Mittelfeldspieler Leandro Paredes wird für zehn Spiele gesperrt und muss 90.000 US-Dollar zahlen. Auch zwei Teamkollegen und ein spanischer Spieler wurden sanktioniert.
Die Tumulte nach dem WM-Finale in New York haben für den argentinischen Nationalspieler Leandro Paredes weitreichende Folgen. Die Disziplinarkommission des Fußball-Weltverbands Fifa sperrte den Mittelfeldspieler für zehn Spiele und belegte ihn mit einer Geldstrafe von 90.000 US-Dollar. Der Verband gab die Entscheidung am Dienstag bekannt.
Paredes hatte nach dem verlorenen Endspiel gegen Spanien einem Gegenspieler ins Gesicht gegriffen, an dessen Kleidung gerissen und ihn zu Boden gebracht. Die Tätlichkeit löste eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Spielern beider Teams aus. Die Fifa wertete das Verhalten des Argentiniers als besonders schwerwiegend und verhängte die höchste Einzelstrafe des Verfahrens.
Neben Paredes wurden zwei weitere argentinische Spieler gesperrt, die an den Tumulten beteiligt waren. Auch ein spanischer Akteur wurde sanktioniert. Die genauen Sperrdauern für die übrigen Beteiligten nannte der Weltverband zunächst nicht. Zusätzlich wurde der argentinische Fußballverband mit einer Sanktion belegt, deren Umfang ebenfalls noch nicht im Detail veröffentlicht wurde.
Die Vorfälle hatten sich unmittelbar nach dem Abpfiff des Endspiels ereignet, als die Emotionen auf dem Platz hochkochten. Paredes, der in der Partie eingewechselt worden war, verlor nach der Niederlage die Fassung und attackierte einen spanischen Gegenspieler. Mitspieler und Betreuer mussten eingreifen, um die Situation zu beruhigen. Die Bilder der Auseinandersetzung gingen in den sozialen Netzwerken um die Welt und sorgten international für Kritik.
Mit der Sperre von zehn Pflichtspielen verpasst Paredes einen erheblichen Teil der kommenden Länderspielphase. Die Strafe gilt für Spiele der argentinischen Nationalmannschaft, einschließlich Qualifikationspartien und Turnieren. Ob auch Einsätze in seinem Klub betroffen sind, ließ die Fifa in ihrer Mitteilung offen. Üblicherweise erstrecken sich Sperren des Weltverbands auf alle offiziellen Wettbewerbe, sofern die Disziplinarkommission keine abweichende Regelung trifft.
Für Argentinien kommt die Sanktion zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Das Team muss in der kommenden Saison ohne seinen erfahrenen Mittelfeldspieler auskommen, der in der Nationalmannschaft eine wichtige Rolle im Aufbauspiel einnimmt. Der Verband hat nach Informationen aus dem Umfeld der Mannschaft bereits angekündigt, das Urteil zu prüfen. Ob Einspruch eingelegt wird, war zunächst nicht bekannt.
Die Fifa begründete die Härte der Strafe mit dem besonders unsportlichen Verhalten des Spielers unmittelbar nach dem Endspiel. Die Disziplinarkommission habe die Schwere der Tätlichkeit, die öffentliche Wirkung der Bilder und das Fehlen jeglicher Provokation durch den spanischen Spieler in ihre Entscheidung einbezogen. Der Weltverband betonte zugleich, dass man Gewalt auf dem Platz nicht toleriere und mit den Sanktionen ein klares Zeichen setzen wolle.
