Ein anonymer Spender aus Schwalmstadt in Hessen hat 5.000 Euro bereitgestellt, um allen Kindern und Jugendlichen zwischen vier und 16 Jahren in den Sommerferien den kostenlosen Eintritt in das örtliche Freibad Ziegenhain zu ermöglichen. Der Mann, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte, will damit seine eigene Begeisterung für das Schwimmen weitergeben und jungen Menschen unvergessliche Ferien schenken. Das Schwimmen selbst beschreibt er als ein Gefühl des Schwebens, das er seit Jahrzehnten liebt.

Die Idee zu der Spende entstand während einer früheren Hitzewelle, als der Spender das Freibad fast für sich allein hatte. „Bademeister, Kasse, alles war besetzt, und ich war praktisch der Einzige“, erinnerte er sich im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Angesichts der leeren Liegewiesen habe er sich gefragt, wie man die Einrichtung besser nutzen könne. Schließlich entschloss er sich, den Eintritt für alle Kinder und Jugendlichen von vier bis einschließlich 16 Jahren zu übernehmen. Jüngere Kinder kommen ohnehin kostenlos hinein, für die anderen kostet der Eintritt normalerweise einen Euro.

Der Spender sprach mit dem Freibad, dem Freibad-Verein, der Spenden annimmt, und der Stadtverwaltung. Pünktlich zum Ferienbeginn stand die Vereinbarung. Seine Absicht sei, dass die Kinder mehr ins Schwimmbad gehen, untereinander Kontakt haben und Spaß haben. „Die können da auch Fußball spielen, da gibt es ein Beachvolleyballfeld. Also es geht nicht nur ums Schwimmen. Sie kommen dann vielleicht von den digitalen Geräten auch so ein bisschen runter“, sagte der ältere Mann. Er denkt dabei besonders an Jugendliche, deren Eltern sich keinen Urlaub leisten können. „Und dann ist es für die Jugendlichen auch mal eine gewisse Freude, sich da mit ihren Freunden zu treffen.“

Bürgermeister Tobias Kreuter lobte die Spende als ein wunderbares Zeichen für den Zusammenhalt in der Stadt. „Sie kommt genau zur richtigen Zeit. Besonders für die Familien, die diesen Sommer nicht in den Urlaub fahren können, ist der freie Eintritt eine tolle Bereicherung“, schrieb er zur Bekanntgabe. Der Spender hatte vorsichtshalber 5.000 Euro an die Stadt überwiesen. Sollte das Geld nicht reichen, ärgere es zwar sein Portemonnaie, aber die Freude über noch mehr Besucher überwiege dann.

Der Spender selbst zeigt sich überrascht von den positiven Reaktionen auf seine Aktion. „Ich finde es gar nicht so großartig“, sagte er. Er habe genug Geld und verwies auf den Spruch: „Das letzte Hemd hat keine Taschen.“ Er hofft, dass durch die Aktion auch Erwachsene aus Nachbargemeinden angelockt werden. „Es ist durchaus wahrscheinlich, dass durch diese Aktion eben insgesamt noch andere Leute kommen. Und dann kommt das ja auch der Stadt und dem Schwimmbad zugute. Und das wäre natürlich eine tolle Sache.“

Der Spender ist seit seiner Jugend ein begeisterter Schwimmer. Seit dem Bau des Schwimmbads in den 1980er-Jahren geht er jeden Sommer täglich schwimmen. „Ich bin auch schon früher mal mit Handschuhen Fahrrad ins Schwimmbad gefahren, weil es so kalt war“, erinnerte er sich. Heute schätzt er das Schwimmen besonders wegen seiner gesundheitlichen Vorteile. „Es ist für mich so ein schönes Gefühl: Man schwebt ja im Wasser. Und durch die Fortbewegung im Wasser wird man massiert an der Haut, und ich finde es ein schönes Gefühl.“ Beim Rückenschwimmen blickt er in den Himmel, beobachtet Wolken, Segelflieger und Störche. „Es ist einfach entspannend und ein schönes Gefühl.“

Der Spender betonte, dass er selbst weiterhin Eintritt zahlt, wenn er ins Freibad geht. Die Aktion läuft während der gesamten Sommerferien. Die Stadt Schwalmstadt und der Freibad-Verein hoffen, dass das Angebot rege genutzt wird und vielleicht zu einer dauerhaften Tradition wird.

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Guldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.