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USA stimmen für dauerhafte Sommerzeit, während die EU weiter feststeckt

Das US-Repräsentantenhaus hat die Sunshine Protection Act mit 308 zu 117 Stimmen gebilligt. Im Senat ist das Gesetz noch nicht beschlossen, während auch die EU-Uhrenreform blockiert bleibt.

USA stimmen für dauerhafte Sommerzeit, während die EU weiter feststeckt
Al Drago / Reuters via CNN Newsource

In den USA ist die Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung einen großen Schritt weitergekommen. Das Repräsentantenhaus stimmte am 14. Juli mit 308 zu 117 Stimmen für die Sunshine Protection Act, die in weiten Teilen des Landes eine dauerhafte Sommerzeit schaffen würde.

Beschlossen ist die Reform damit noch nicht. Am 15. Juli ging H.R. 139 an den Senat, wurde dort zweimal verlesen und an den Ausschuss für Handel, Wissenschaft und Verkehr überwiesen. Bis zum 10. August ist in den offiziellen Unterlagen keine Verabschiedung durch den Senat verzeichnet.

Der Gesetzentwurf friert die Uhr nicht einfach auf dem Sommerstand ein. Rechtlich soll die Vorschrift aufgehoben werden, die die Sommerzeit als vorübergehenden Zeitraum definiert. Gleichzeitig würde die gesetzliche Standardzeit in den US-Zeitzonen um eine Stunde vorverlegt. Für die meisten Regionen entspräche die ganzjährige Zeit damit der heutigen Sommerzeit.

Das amerikanische Bundesrecht lässt den Bundesstaaten derzeit nur eine begrenzte Wahl. Nach Angaben des Verkehrsministeriums können sie sich von der Sommerzeit ausnehmen lassen, dürfen aber nicht eigenständig eine dauerhafte Sommerzeit festlegen. Deshalb haben zahlreiche Staaten Gesetze verabschiedet, die erst wirksam werden können, wenn Washington die bundesrechtliche Sperre beseitigt.

CNN berichtet unter Berufung auf die National Conference of State Legislatures von 19 Staaten mit entsprechenden Regelungen. Präsident Donald Trump unterstützt das Ende der zweimaligen Zeitumstellung und stellte sich 2026 hinter den Kurs der Sunshine Protection Act.

Politisch klingt das nach einer selten einfachen Reform. Medizinisch ist die Sache weniger eindeutig. Die American Academy of Sleep Medicine will die Zeitumstellung ebenfalls abschaffen, empfiehlt aber eine dauerhafte Normalzeit. Auch die American Medical Association hat sich für diesen Ansatz ausgesprochen.

Der zentrale Unterschied betrifft den Morgen. Eine dauerhafte Sommerzeit verschiebt im Winter den Sonnenaufgang auf eine spätere Uhrzeit. Befürworter schätzen dafür hellere Abende, mehr Zeit für Freizeitaktivitäten und mögliche wirtschaftliche Vorteile. Kritiker verweisen auf Schulwege und Arbeitsbeginn in der Dunkelheit sowie auf die Bedeutung von Morgenlicht für den zirkadianen Rhythmus.

Die USA haben diese Debatte historisch schon einmal praktisch erlebt. Während der Energiekrise der 1970er Jahre galt zeitweise eine ganzjährige Sommerzeit. Der Kongress änderte 1974 den Kurs, nachdem vor allem die dunklen Wintermorgen auf Widerstand gestoßen waren.

Für Deutschland und Europa ist der amerikanische Vorstoß auch deshalb interessant, weil die Europäische Union ihr eigenes Zeitproblem seit Jahren nicht löst. Das Europäische Parlament unterstützte 2019 ein Ende der saisonalen Umstellung. Der aktuelle Legislative Train des Parlaments führt das Dossier im Juni 2026 jedoch weiterhin als „blocked“.

Der Rat der EU hält ebenfalls fest, dass keine endgültige Entscheidung getroffen wurde und das heutige System bis auf Weiteres bestehen bleibt. Damit zeigt sich auf beiden Seiten des Atlantiks dieselbe politische Schwierigkeit: Es ist vergleichsweise leicht, eine Mehrheit gegen das Umstellen der Uhren zu finden. Viel schwerer ist es, eine Mehrheit dafür zu finden, welche Zeit danach gelten soll.

In den USA liegt der nächste Schritt nun beim Senat. In der EU fehlt weiterhin eine gemeinsame Linie der Mitgliedstaaten. Für deutsche Leser bedeutet das vorerst: Weder Washingtons Sommerzeitplan noch die europäische Abschaffung der Zeitumstellung ist bereits Realität.

Bild: Abendlicht am US-Kapitol am 13. Juli 2026. Bildquelle: Al Drago / Reuters via CNN Newsource.