Umfrage vor Landtagswahl: AfD in Sachsen-Anhalt weiter klar vorn
Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht eine neue Umfrage die AfD bei 40 Prozent. Die CDU folgt mit deutlichem Abstand. Eine Regierungsbildung ohne die AfD wäre rechnerisch möglich, gilt aber als schwierig.
Knapp eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht eine neue Umfrage die AfD als deutliche Favoritin. Laut dem ZDF-Politbarometer vom 28. August käme die als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Landespartei auf 40 Prozent der Stimmen. Die CDU läge demnach bei 23 Prozent, wie die Forschungsgruppe Wahlen in ihrer repräsentativen Erhebung ermittelte.
Die Landtagswahl findet am 6. September 2026 statt. Nach Angaben der Landeszentrale für politische Bildung sind rund 1,8 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Wahlberechtigt ist, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat, seit mindestens drei Monaten in Sachsen-Anhalt wohnt und nicht vom aktiven Wahlrecht ausgeschlossen ist.
In der aktuellen Umfrage erreicht die Linke 13 Prozent, die SPD neun Prozent und die Grünen sechs Prozent. FDP und Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kommen demnach auf je drei Prozent und würden den Einzug in den Landtag verpassen. Auf die übrigen Parteien entfielen zusammen drei Prozent.
Für die AfD reicht es den Umfragewerten zufolge allein nicht für eine absolute Mehrheit. Sie wäre auf einen Koalitionspartner angewiesen. Eine Regierung aus CDU, Linke, SPD und Grünen käme rechnerisch auf eine Mehrheit. Allerdings steht für die Christdemokraten ein Bündnis mit der Linken derzeit nicht zur Debatte.
Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt ist Ulrich Siegmund. Die Partei hatte bereits in früheren Erhebungen deutlich vor der CDU gelegen. Eine Umfrage des Instituts Infratest dimap für die ARD vom 26. August sah die AfD bei 42 Prozent, die CDU bei 22 Prozent. Die Linke lag dort bei elf Prozent, die SPD bei acht und die Grünen bei sechs Prozent. FDP und BSW wären mit drei beziehungsweise vier Prozent nicht im Landtag vertreten.
Bereits Mitte August hatte eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pollytix im Auftrag der Organisation Campact ein ähnliches Bild gezeigt. Damals kam die AfD auf 43 Prozent, die CDU auf 23 Prozent. Die Linke erreichte 13 Prozent, die SPD sieben und die Grünen fünf Prozent. BSW und FDP lagen bei vier beziehungsweise zwei Prozent. Für diese Erhebung wurden den Angaben zufolge 2.604 Wahlberechtigte vom 3. bis zum 8. August telefonisch und online befragt.
Rund 13 Prozent der Befragten waren in der Campact-Umfrage noch unentschieden. Campact-Vorstand Felix Kolb sagte der Nachrichtenagentur dpa, bei den Unentschlossenen liege ein erhebliches Potenzial für die demokratischen Parteien. „Noch ist nichts entschieden: Eine AfD-Regierung ist kein Automatismus in Sachsen-Anhalt“, so Kolb. Die Organisation Campact setzt sich nach eigenen Angaben für die Stärkung der Demokratie, soziale Gerechtigkeit sowie Umwelt- und Klimaschutz ein und organisiert regelmäßig Demonstrationen gegen Rechtsextremismus.
Wahlumfragen sind keine Prognosen. Sie bilden lediglich den Trend zum Zeitpunkt der Erhebung ab und geben Anhaltspunkte, wie die Parteien im aktuellen Wahlkampf abschneiden könnten. Eine genaue Vorhersage des Wahlergebnisses lässt sich daraus nicht ableiten.
