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Trump und Putin telefonieren nach US-Vermittlungsgesprächen

US-Präsident Trump und Russlands Staatschef Putin haben nach den jüngsten Vermittlungsgesprächen telefoniert. Moskau sicherte demnach keine aggressiven Pläne gegen Europa zu. Derweil meldet Kiew neue russische Angriffe mit Todesopfern, während Deutschland und Großbritannien weitere Waffenhilfe zusagen.

Trump und Putin telefonieren nach US-Vermittlungsgesprächen
Ukraine News | Trump und Putin haben nach Verhandlungen telefoniert

US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin haben nach der Reise von US-Vermittlern nach Kiew und Moskau telefoniert. Der russische Staatschef habe Trump zugesichert, keine „aggressiven Pläne“ in Bezug auf Europa zu haben, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow Journalisten. Das Gespräch dauerte nach seinen Angaben etwa eine Stunde.

Der Kremlchef habe Trump zudem eine „objektive und ausführliche Analyse der Vorgänge auf dem Schlachtfeld“ gegeben und ausgeführt, was die USA „real für ein baldiges Ende der Kampfhandlungen tun können“. Moskau sei vom US-Präsidenten eine komplette Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Russland und den USA für den Fall eines Endes des Ukraine-Konflikts in Aussicht gestellt worden. Besprochen worden seien auch weitere Austausche von Gefangenen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow gab sich derweil siegessicher. „Wir sind überzeugt, dass der Sieg sehr nah ist“, sagte er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge indischen Journalisten im Vorfeld des Brics-Gipfels. Moskau begrüße die Bemühungen Trumps und erwarte die Wiederaufnahme von Gesprächen im Format Moskau, Washington, Kiew.

Ungeachtet der diplomatischen Bemühungen hat Russland seine Angriffe auf die Ukraine wieder aufgenommen. Nach Ablauf einer dreitägigen Angriffspause wurden in der Hauptstadt Kiew bei neuen Attacken mindestens zwei Menschen getötet und sieben weitere verletzt, teilte Kiews Militärverwaltung mit. Die Angriffe verursachten Schäden an Gebäuden in der gesamten Stadt, darunter an einem fünfstöckigen Wohnhaus im Bezirk Solomjanskyj. Im Bezirk Podilskyj gerieten Fahrzeuge in Brand. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko waren Menschen in einem Wohnhaus verschüttet.

Bei einem russischen Drohnenangriff wurde zudem das Gebäude des Fernsehsenders „My – Ukrajina“ in Kiew beschädigt. „Einfach am helllichten Tag, als die Journalisten auf Sendung waren“, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Netzwerken. Fünf Menschen seien verletzt worden. Selenskyj warf Russland vor, den Sender gezielt angegriffen zu haben. „Darauf muss es eine Reaktion von Europa und der Welt geben“, verlangte der Staatschef. Generalproduzent Jurij Suhak sprach ebenfalls von einem direkten Angriff: „Dieses Mal war es gezielt in den Nachrichtenraum.“ Bereits Mitte August seien bei einem Angriff Fenster des Gebäudes beschädigt worden.

Bei einem russischen Angriff auf einen Passagierzug ist der ukrainischen Eisenbahn zufolge eine Mitarbeiterin getötet worden. Die Zugbegleiterin eines Regionalzugs zwischen Dnipro und Saporischschja sei zu dem Fahrzeug zurückgekehrt, nachdem die Evakuierung angeordnet worden war. Russland attackierte an diesem Tag zwei Züge. Ein Zug im nordukrainischen Grenzgebiet Sumy wurde ebenfalls angegriffen; es gebe Fahrgäste mit Splitterverletzungen, teilte Bahnchef Olexander Perzowskyj mit.

Angesichts der anhaltenden Angriffe sicherte Verteidigungsminister Boris Pistorius der Ukraine weitere umfangreiche Waffenlieferungen zu. Einschüchterungsversuche Russlands und hybride Angriffe würden weder bei der Ukraine noch bei Deutschland oder anderen Partnern funktionieren, sagte Pistorius bei einer Videokonferenz der Ukraine-Kontaktgruppe. Er habe beschlossen, dringend benötigte PAC-2-Abfangraketen aus Beständen der Bundeswehr an die Ukraine zu liefern. Deutschland werde auch seine Lieferungen von Luft-Luft-Raketen aus Bundeswehrbeständen weiter verstärken.

Auch Großbritannien kündigte ein zusätzliches Paket zur Luftverteidigung im Umfang von 100 Millionen Pfund (rund 117 Millionen Euro) für den kommenden Winter an. Es werde unter anderem Patriot-Luftabwehrraketen umfassen, teilte die Regierung in London mit.

Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.