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Russland verliert im Oktober laut Kiew so viele Soldaten wie nie zuvor

Nach ukrainischen Angaben hat die russische Armee im Oktober 54.400 Soldaten verloren, den höchsten Monatswert seit Kriegsbeginn. Die Kämpfe konzentrieren sich um Dobropillja im Gebiet Donezk, wo auch Drohneneinheiten eine zentrale Rolle spielen.

Russland verliert im Oktober laut Kiew so viele Soldaten wie nie zuvor
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Die russische Armee hat im Oktober nach Angaben des ukrainischen Generalstabs 54.400 Soldaten verloren. Das sind 8.170 mehr als im September. Die Zahl umfasst getötete, verwundete und vermisste Soldaten. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Kiew bezeichnet die Verlustrate als die höchste in einem einzelnen Monat seit Beginn des Krieges.

Russland führt seit mehr als viereinhalb Jahren Krieg gegen die Ukraine. Eines der von Präsident Wladimir Putin erklärten Ziele ist die vollständige Eroberung des Gebiets Donezk, doch die Offensive kommt dort nur langsam voran. Insgesamt beziffert der Generalstab die russischen Verluste seit dem 24. Februar 2022 auf 1.590.270 Soldaten. Die hohe Rate übersteige die Fähigkeit des Gegners, seine Einheiten aufzufüllen, erklärte die ukrainische Militärführung in Kiew. Jeder Kriegsmonat koste die russische Armee mehr und mehr.

Einen großen Teil der Verluste führt das Azow-Korps der ukrainischen Nationalgarde auf die russische Offensive bei Dobropillja im Gebiet Donezk zurück. Allein dort habe das Korps nach eigenen Angaben mehr als 6.800 russische Soldaten getötet, verwundet oder gefangen genommen. Laut Korpskommandeur Denys Prokopenko ist Russland in diesem Abschnitt personell sechsfach überlegen. Über Dobropillja führt ein direkter Weg in den Rücken des ukrainischen Festungsgürtels um Slowjansk und Kramatorsk. Nachdem ein größerer Angriff mit gepanzerten Fahrzeugen im Sommer gescheitert war, schickt Russland nun fortlaufend kleine Infanteriegruppen nach vorn. Die Luftwaffe wirft dabei in Gruppen jeweils drei oder vier Gleitbomben auf die Stadt, in der viele ukrainische Drohnenteams Deckung suchen. Das russische Verteidigungsministerium meldete im Oktober die vollständige Einnahme der Stadt, Kiew wies das zurück.

Auch im nahen Kostjantyniwka wird weiter Haus um Haus gekämpft. Ukrainische und russische Stellungen liegen dort laut dem Kyiv Independent so eng beieinander, dass sich kaum noch sagen lässt, wer welches Viertel kontrolliert. Viele ukrainische Soldaten halten ihre Positionen seit Monaten, Verwundete können oft nicht evakuiert werden. Versorgt werden die vordersten Stellungen fast nur noch mit schweren Drohnen und unbemannten Bodenfahrzeugen.

Auch die ukrainische Truppe für unbemannte Systeme meldet für Oktober einen Rekord. Ihr Kommandeur Robert Browdi, bekannt unter dem Rufnamen Magyar, erklärte, seine Einheiten hätten alle 159 Sekunden einen russischen Soldaten getroffen. Im Schnitt seien es 542 pro Tag gewesen. Russland setzt ebenfalls verstärkt auf Drohnen. Laut Prokopenko hat Moskau rund 400 Teams seiner Elite-Drohneneinheit Rubikon in den Abschnitt bei Dobropillja verlegt, etwa ein Drittel der gesamten Einheit.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits im August gewarnt, Russland plane nach der Wahl im September die Mobilisierung von rund 300.000 Männern. Am 2. Oktober kündigte Moskau dann an, zusätzlich 120.000 Wehrpflichtige einzuziehen.

Die eigenen Verluste veröffentlicht der ukrainische Generalstab mit Verweis auf Geheimhaltung nicht. Die US-Denkfabrik CSIS schätzte im Januar, dass die Ukraine von Februar 2022 bis Dezember 2025 zwischen 500.000 und 600.000 Soldaten verloren hat, darunter 100.000 bis 140.000 Gefallene. Russland verliere demnach zwei- bis zweieinhalbmal so viele Soldaten wie die Ukraine. Selenskyj sprach im Februar von mindestens 55.000 getöteten ukrainischen Soldaten, hinzu kämen zahlreiche Vermisste. Wegen der ständigen Drohnenangriffe sei es schwierig, Gefallene zu bergen und per DNA-Abgleich zu identifizieren.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.