Die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Marco Rubio, haben sich in Manila zu einem Gespräch über den Krieg in der Ukraine und die Lage im Nahen Osten getroffen. Das Treffen fand am Rande eines internationalen Forums auf den Philippinen statt und dauerte nach Angaben von Teilnehmern nur etwa 35 Minuten. Es war die erste direkte Begegnung der beiden Diplomaten auf dieser Ebene seit dem Amtsantritt der neuen US-Regierung unter Präsident Donald Trump.

Russland nutzte die Gelegenheit, um schwere Vorwürfe gegen europäische Staaten zu erheben. Lawrow beklagte nach Informationen aus diplomatischen Kreisen eine „destabilisierende Politik“ der EU und forderte ein Ende der westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine. Er bezeichnete die Unterstützung Kiews durch europäische Länder als „inakzeptabel“ und warf der EU vor, eine friedliche Lösung des Konflikts zu blockieren. Gleichzeitig signalisierte Moskau grundsätzliche Gesprächsbereitschaft, allerdings zu eigenen Bedingungen.

Die USA zeigten sich nach dem Treffen zurückhaltend. Rubio habe die Position Washingtons bekräftigt, dass eine Beendigung des Krieges nur auf der Grundlage der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine möglich sei, hieß es aus US-Regierungskreisen. Konkrete Fortschritte oder eine Annäherung der Standpunkte seien nicht erzielt worden. Beobachter werten das Treffen dennoch als wichtiges Signal, da die direkten Gespräche zwischen Washington und Moskau nach dem Scheitern früherer Friedensverhandlungen weitgehend zum Erliegen gekommen waren.

Der Krieg in der Ukraine dauert inzwischen mehr als drei Jahre an. Russische Truppen halten weite Teile der Ostukraine besetzt, während die ukrainische Armee mit westlicher Militärhilfe versucht, die Frontlinien zu stabilisieren. Die EU hatte zuletzt ein neues Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet, das jedoch nach Zugeständnissen an einzelne Mitgliedstaaten als stark verwässert gilt. Die Ukraine hat zudem eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt, um über die jüngste Eskalation zu beraten.

Das Treffen in Manila fand vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Russland und dem Westen statt. Moskau wirft der NATO vor, durch ihre Osterweiterung und die militärische Unterstützung der Ukraine den Konflikt zu schüren. Die USA und ihre Verbündeten hingegen betonen, dass Russland durch seinen Angriffskrieg gegen das Völkerrecht verstoße und die territoriale Integrität eines souveränen Staates verletzt habe. Lawrow und Rubio vereinbarten, den Dialog auf Arbeitsebene fortzusetzen, ohne jedoch ein konkretes Folgetreffen zu nennen.

Experten sehen in dem Gespräch einen möglichen ersten Schritt zur Wiederbelebung diplomatischer Kanäle. Allerdings bleiben die Positionen beider Seiten weit voneinander entfernt. Während Russland auf eine Anerkennung seiner Annexionen in der Ukraine und ein Ende der westlichen Sanktionen drängt, beharren die USA auf einem vollständigen Rückzug der russischen Truppen. Ob das Treffen in Manila zu einer Entspannung beitragen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen müssen.