Die Vereinigten Staaten haben ihre nächtlichen Angriffe auf den Iran fortgesetzt. In der zwölften Nacht in Folge griff das US-Militär nach eigenen Angaben erneut Ziele in der Islamischen Republik an. Die Angriffswelle ist Teil einer massiven Eskalation der Spannungen zwischen Washington und Teheran, die sich in den vergangenen Tagen dramatisch zugespitzt hat.

US-Präsident Donald Trump hatte seine Drohungen gegen den Iran am Mittwoch noch einmal deutlich verschärft. Nun lässt sein Militär Taten folgen. Die Angriffe richten sich gegen militärische Einrichtungen, die nach US-Angaben im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm und der Unterstützung von Milizen in der Region stehen. Das Weiße Haus erklärte, die Operationen zielten darauf ab, die Fähigkeit Teherans zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen und zur Destabilisierung des Nahen Ostens zu schwächen.

Die iranische Führung wies die US-Darstellung zurück. Teheran sprach von einer „Falschmeldung“ und bestritt, dass die Angriffe die angegebenen Ziele getroffen hätten. Gleichzeitig drohte der Iran mit Vergeltung. „Die USA werden die Konsequenzen ihrer Aggression zu spüren bekommen“, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums. Die genauen Schäden und Opferzahlen auf iranischer Seite sind bislang unklar, da die Behörden in Teheran die Berichterstattung streng kontrollieren.

Parallel zu den US-Angriffen eskalierte die Lage auch im Roten Meer. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen attackierten nach Angaben der saudi-arabischen Führung einen saudischen Tanker. Der Angriff auf das Handelsschiff erfolgte nur wenige Stunden nach der jüngsten US-Offensive. Die Huthi, die seit Jahren im Bürgerkrieg gegen eine von Saudi-Arabien geführte Koalition kämpfen, gelten als enge Verbündete Teherans. Sie haben in der Vergangenheit mehrfach Schiffe im Roten Meer ins Visier genommen, um den Druck auf die Region zu erhöhen.

Die USA werfen dem Iran vor, die Huthi-Rebellen mit Waffen, Geld und Ausbildung zu unterstützen. Diese Unterstützung sei ein zentraler Grund für die anhaltende Instabilität im Jemen und eine Bedrohung für die internationale Schifffahrt. Die Attacke auf den saudischen Tanker unterstreicht nach Einschätzung von Experten die wachsende Gefahr für die Handelsrouten im Roten Meer, einer der wichtigsten Seeverbindungen der Welt.

Präsident Trump machte in einer Stellungnahme deutlich, dass er den Iran durch die anhaltenden Militärschläge zu Verhandlungen zwingen will. „Der Iran wird sehr bald bereit sein, einen Deal zu machen“, sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus. Er betonte, dass die USA keine vollständige militärische Eskalation anstrebten, aber entschlossen seien, ihre nationalen Sicherheitsinteressen zu verteidigen. „Wir wollen keinen Krieg, aber wir werden nicht zögern, unsere Stärke zu zeigen, wenn es nötig ist“, so der Präsident.

Die internationale Gemeinschaft reagierte mit Besorgnis auf die jüngste Entwicklung. Die Vereinten Nationen riefen beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor einer „gefährlichen Spirale der Gewalt“, die die gesamte Region destabilisieren könnte. Auch die Europäische Union forderte eine sofortige Deeskalation und bot sich als Vermittler an. Deutschland und Frankreich appellierten an die USA und den Iran, den Dialog zu suchen, um eine weitere militärische Konfrontation zu verhindern.

Die zwölfte Nacht der Angriffe markiert einen neuen Höhepunkt in der Konfrontation zwischen den beiden Ländern, die sich seit dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen im Jahr 2018 stetig verschärft hat. Damals hatte Trump das internationale Abkommen aufgekündigt und neue Sanktionen gegen Teheran verhängt. Der Iran reagierte darauf mit der schrittweisen Rücknahme seiner Verpflichtungen aus dem Vertrag und der Wiederaufnahme von Aktivitäten, die nach Einschätzung von Experten die Entwicklung von Atomwaffen ermöglichen könnten.

Analysten sehen in der aktuellen Eskalation ein hohes Risiko für einen offenen Krieg. Die USA haben in den vergangenen Tagen zusätzliche Truppen und militärische Ausrüstung in die Region verlegt, darunter Kampfflugzeuge und Flugzeugträger. Der Iran wiederum hat seine Luftabwehr verstärkt und Manöver im Persischen Golf abgehalten. Beobachter befürchten, dass ein einziger Fehler oder ein Missverständnis zu einer unkontrollierbaren Eskalation führen könnte.

Die Huthi-Attacke auf den saudischen Tanker zeigt, dass der Konflikt längst nicht mehr auf die direkte Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran beschränkt ist. Die Verbündeten auf beiden Seiten werden zunehmend in die Kämpfe hineingezogen. Saudi-Arabien, ein enger Verbündeter Washingtons, hat bereits seine Bereitschaft signalisiert, die USA bei weiteren Operationen zu unterstützen. Der Iran hingegen kann auf ein Netzwerk von Milizen im Irak, in Syrien, im Libanon und im Jemen zurückgreifen, die jederzeit zu Vergeltungsschlägen bereit sind.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob die USA ihre Angriffe fortsetzen oder ob es doch noch zu einer diplomatischen Lösung kommt. Bislang gibt es keine Anzeichen für eine Deeskalation. Die zwölfte Nacht der Angriffe ist ein deutliches Signal, dass Washington bereit ist, den militärischen Druck aufrechtzuerhalten, bis Teheran nachgibt. Die Welt blickt gespannt auf die nächste Entwicklung in diesem gefährlichen Konflikt.