Die USA haben erneut Luftangriffe auf den Iran geflogen. Das US-Zentralkommando gab auf der Plattform X bekannt, dass die Angriffe auf direkte Anweisung von Präsident Donald Trump erfolgten. Ziel der Militäraktion sei es, dem Iran die Möglichkeit zu nehmen, die strategisch wichtige Straße von Hormus zu kontrollieren. In der Folge wurden am Morgen in Bahrain und Kuwait Sirenenalarm ausgelöst, da offenbar iranische Vergeltungsschläge befürchtet wurden. Die kuwaitische Luftverteidigung gab an, feindliche Raketen- und Drohnenangriffe abgewehrt zu haben. Der Generalstab der kuwaitischen Streitkräfte teilte mit, dass die in der Region zu hörenden Explosionen möglicherweise auf das Abfangen dieser Angriffe zurückzuführen seien.

Präsident Trump hatte die mit dem Iran vereinbarte Feuerpause am Rande des Nato-Gipfels in Ankara für beendet erklärt und die neuen Angriffe angeordnet. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump: «Dies ist die Vergeltung für den gestrigen Angriff Irans auf Schiffe. Sollte sich so etwas wiederholen, werden die Folgen weitaus schwerwiegender sein.» Er veröffentlichte zudem Videos und Fotos, die Explosionen im Iran zeigen sollten. Ein Bild, das ein Feuer in der Stadt Tschahbahar zeigen sollte, wurde jedoch von dem Account «Open Source Intel» zurückgezogen. Der Inhaber stellte klar, dass es sich nicht um eine Aufnahme aus der Nacht handele.

Der Iran drohte seinerseits mit einem massiven Angriff auf US-Stützpunkte in der Region. Die dem obersten Sicherheitsrat nahestehende Agentur Nournews berichtete unter Berufung auf eine Militärquelle von entsprechenden Planungen. Mohsen Rezaei, ein ranghoher Berater des obersten Führers Ajatollah Modschtaba Chamenei, schrieb auf der Plattform X: «Der aggressive Feind und seine Komplizen werden schwer bestraft werden.» Nach ersten, offiziell unbestätigten Meldungen soll es Angriffe in der Provinz Buschehr am Persischen Golf gegeben haben, wo auch ein iranisches Kernkraftwerk steht. Auch aus Bandar Abbas, Tschahbahar und der Stadt Sirik an der Straße von Hormus wurden Explosionen gemeldet. Beobachter vor Ort berichteten auf X, dass Einrichtungen der Iranischen Revolutionsgarden getroffen worden seien. Iranische Medien meldeten zudem, dass ein Feuerwehrmann bei einem US-Angriff auf den Flughafen Iranshahr im Südosten des Iran getötet wurde. Im Nordosten des Iran soll eine Eisenbahnbrücke in der Provinz Golestan von mehreren Geschossen getroffen worden sein, wie der Staatssender Irib auf X berichtete.

Die jüngsten US-Luftangriffe auf den Iran sind nach Angaben eines US-Beamten umfangreicher als die Angriffe der vergangenen Nacht, bei denen mehr als 80 Ziele getroffen wurden, wie der US-Sender ABC News berichtete. Zu den Angriffszielen gehörten demnach Küstenradarstellungen sowie Standorte von Anti-Schiffs-Raketen. Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump mit weiteren Angriffen gedroht. Das US-Militär habe den Iran «hart getroffen» und «wir werden sie höchstwahrscheinlich auch heute Nacht wieder hart treffen», sagte er. Der Iran habe sich «sehr schlecht» benommen. Auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel in Ankara sagte Trump zu Reportern, dass er einen Anruf aus dem Iran erhalten habe. «Sie wollen unbedingt einen Deal», sagte er, ohne auf Einzelheiten einzugehen. Zuvor hatte Trump mit Blick auf die geltende Waffenruhe erklärt: «Was mich betrifft, ist sie vorbei.» Es sei «reine Zeitverschwendung», sich mit der Führung in Teheran «abzugeben». Er werde jedoch mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über die Verhandlungen mit Teheran sprechen. «Ich werde unseren wunderbaren Unterhändlern erlauben weiterzureden, wenn sie wollen, aber ich sehe es nicht», sagte Trump. Zudem drohte er damit, erneut eine Blockade gegen den Iran zu errichten. Im Iran-Krieg hatte das US-Militär zeitweise Schiffe daran gehindert, Häfen im Iran anzusteuern oder von diesen loszufahren.

Das Vermittlerland Pakistan und die Vereinten Nationen riefen zur Deeskalation auf. Die Entwicklungen markieren eine dramatische Eskalation in dem Konflikt, der Ende Februar mit dem Einmarsch der USA in den Iran begann. Trump hatte erst vor drei Wochen ein Abkommen mit dem Iran für eine Friedenslösung abgeschlossen, das nun als gescheitert gilt. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Lage mit großer Sorge, da eine weitere Ausweitung der Kämpfe die gesamte Region destabilisieren könnte.

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Henrik Falkenberg berichtet für Guldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.