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Ukraine-Krieg: Ozon-Logistikzentrum in Krasnodar nach Drohnenangriff in Brand

Ein Drohnenangriff hat ein Logistikzentrum des russischen Online-Händlers Ozon in Krasnodar getroffen und einen Großbrand ausgelöst. Zuvor war bereits am Samstag ein Lager des Unternehmens in Tschapajewsk angegriffen worden. Bei dem Angriff auf Krasnodar kamen nach russischen Angaben zwei Kinder ums Leben.

Ukraine-Krieg: Ozon-Logistikzentrum in Krasnodar nach Drohnenangriff in Brand
Radio al-Furqan

Ein nächtlicher Drohnenangriff hat in der südrussischen Millionenstadt Krasnodar ein Logistikzentrum des Online-Händlers Ozon getroffen und einen Großbrand ausgelöst. Das Unternehmen teilte über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, der Betrieb sei eingestellt worden. Nach vorläufigen Erkenntnissen habe es unter den Mitarbeitern keine Opfer gegeben.

Bereits am Samstag war ein Lager des Online-Händlers in der Stadt Tschapajewsk angegriffen worden. Videos in sozialen Netzwerken zeigten einen Vollbrand. Ozon zählt zu den größten russischen Onlinehändlern. In den vergangenen Wochen hatte es zudem mehrere ukrainische Angriffe auf Lager des Konkurrenten Wildberries gegeben, der in Russland eine ähnliche Marktstellung wie Amazon einnimmt.

Bei dem Angriff auf Krasnodar in der Nacht auf Montag sind nach Angaben der russischen Behörden zwei Kinder getötet worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf den Gouverneur der Region, Wenjamin Kondratjew, dass Drohnentrümmer auf eine private Kinderbetreuungseinrichtung gestürzt seien. Sieben weitere Kinder und zwei Erwachsene wurden demnach verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Die russischen Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Der Angriff auf Krasnodar ereignete sich am Tag der Unabhängigkeit der Ukraine, zu dem die EU und mehrere westliche Staats- und Regierungschefs ihre Unterstützung für Kiew bekräftigten. EU-Ratspräsident António Costa sicherte der Ukraine fortgesetzte Hilfe zu und drohte Russland mit neuen Sanktionen. „Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt“, sagte Costa vor seiner Teilnahme an den Feierlichkeiten in Kiew. Er verwies darauf, dass die EU in den vergangenen viereinhalb Kriegsjahren mehr als 220 Milliarden Euro mobilisiert habe.

Der neue britische Premierminister Andy Burnham nutzte seine erste Auslandsreise im Amt für einen Besuch in Kiew. Großbritannien stehe unerschütterlich an der Seite der Ukraine, erklärte Burnham. „Russland sollte unsere Entschlossenheit nicht anzweifeln. Wir werden nicht aufgeben, bis es einen gerechten und dauerhaften Frieden gibt“, hieß es in einer Mitteilung seines Büros. Die Regierung in London erlaubte zudem dem Rüstungsunternehmen MBDA die Weitergabe geheim eingestufter Informationen, um der Ukraine die Fertigung von Marschflugkörpern zu ermöglichen.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen sprach sich bei ihrem Besuch in Kiew für die Lieferung weiterer Patriot-Flugabwehrraketen an die Ukraine aus. „Sofern der politische Wille dazu da ist“, könnten die westlichen Länder mehr tun. Ohne bestimmte Länder zu nennen, warnte sie vor einem harten Winter: „Wenn wir das nicht tun, steht der Ukraine ein Winter bevor, in dem die Russen unerbittlich zuschlagen, bombardieren – auch mit ballistischen Raketen – und viele Menschen töten werden.“

Bei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw im Nordosten der Ukraine wurden unterdessen nach Angaben des regionalen Gouverneurs Oleh Synjehubow drei Menschen getötet. Rettungskräfte hätten acht Personen geborgen, von denen einige verletzt seien. Die Suche nach weiteren möglichen Opfern dauere an.

Helena Beckmann

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Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.