Freitag, 4. September 2026 Nachrichten im Zusammenhang Über die Zeitung
Güldendorf Suche

Nachrichten

SEK stürmt Fahrzeug des Sabotage-Verdächtigen – Mann weiterhin flüchtig

Die Polizei hat in Niederzier bei Düren das Fahrzeug eines Mannes gestürmt, der für Sabotageakte gegen die Stromversorgung verantwortlich sein soll. Der Verdächtige blieb jedoch flüchtig. In seiner Wohnung wurden Sprengstoffe gefunden.

SEK stürmt Fahrzeug des Sabotage-Verdächtigen – Mann weiterhin flüchtig
Reul: SEK stürmt Fahrzeug des Sabotage-Verdächtigen

Die Polizei hat das Fahrzeug des Mannes gestürmt, der im Verdacht steht, mehrere Sabotageaktionen gegen die deutsche Stromversorgung verübt zu haben. Der Zugriff erfolgte in Niederzier bei Düren in Nordrhein-Westfalen, wie NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf mitteilte. Der Verdächtige selbst befand sich jedoch nicht in dem Wagen, der im Wald abgestellt war. Reul zeigte sich zuversichtlich, dass der Mann zu Fuß unterwegs sei und nicht weit kommen werde.

Das Spezialeinsatzkommando habe das Fahrzeug gestürmt, berichtete Markus Gemünd, Leiter der Staatsschutz-Abteilung im nordrhein-westfälischen Innenministerium. Der 48-jährige Verdächtige habe sich demnach nicht darin aufgehalten. Nun werde der Wagen auf Spuren durchsucht. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Zugriff berichtet.

Bei dem Mann aus Gevelsberg waren zuvor Sprengstoffe gefunden worden. In seiner Wohnung entdeckten die Ermittler nach Angaben Reuls klare Sprengstofffunde. Es habe sich um die Stoffe Kaliumnitrat und Kaliumperchlorat gehandelt. Der Innenminister betonte jedoch, es gebe keine weiteren Indizien dafür, dass der Mann besonders gefährlich sei. Das Bekennerschreiben, das dem Verdächtigen zugeordnet wird, bewerteten die Behörden als authentisch.

Reul warnte zugleich vor voreiligen Schlüssen: „Wenn jemand seinen Namen druntersetzt, ist er nicht zwingend der Verantwortliche.“ Man prüfe, ob der Mann allein gehandelt habe oder ob weitere Personen beteiligt waren. Zudem werde untersucht, ob es Verbindungen zu Vorfällen in Brandenburg gebe. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) geht nach bisherigem Stand sehr wahrscheinlich von einem Einzeltäter aus und sprach von „Klimaterrorismus“.

Hintergrund der Ermittlungen sind mindestens zwei Sabotageversuche mit Bezug zur Stromversorgung in dieser Woche. In Nordrhein-Westfalen wurde an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf ein verdächtiger Gegenstand entdeckt, bei dem es sich laut Polizei möglicherweise um eine Abschussvorrichtung handelt. Am Kraftwerk Weisweiler bei Aachen und an einem Umspannwerk in Eschweiler durchkämmte die Polizei am Freitag mit zahlreichen Kräften die Umgebung, weil der Ort in einem Bekennerschreiben genannt worden war.

Es gibt zwei Briefe, die von dem gesuchten Mann aus Gevelsberg bei Hagen stammen sollen. Darin reklamierte er die jüngsten Angriffe auf das Energienetz in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen für sich. Bereits am Dienstagmorgen hatten Unbekannte in Brandenburg nahe dem Umspannwerk Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde einen Angriff auf die Stromversorgung gestartet. Am Abend kam es zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln.

In der Nähe beider Orte wurden nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden – in Brandenburg nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mehr als 20 Raketen. Die Ermittlungen laufen wegen verfassungsfeindlicher Sabotage. In Niedersachsen sorgte zudem in der Nacht zu Freitag ein offenstehender Schaltschrank bei einem Umspannwerk in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg für Aufregung. Die Polizei prüft, ob es einen Zusammenhang mit einer Straftat gibt.

Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.