Montag, 31. August 2026 Nachrichten im Zusammenhang Über die Zeitung
Güldendorf Suche

Nachrichten

„Rocky Horror Show“-Star Tim Curry im Alter von 80 Jahren gestorben

Der britische Schauspieler Tim Curry ist tot. Er wurde vor allem als Dr. Frank N. Furter in der „Rocky Horror Picture Show“ und als Clown Pennywise in „Es“ bekannt. Curry starb im Alter von 80 Jahren.

„Rocky Horror Show“-Star Tim Curry im Alter von 80 Jahren gestorben
Er war Dr. Frank N. Furter: „Rocky Horror Show“: Britischer Schauspieler Tim Curry tot

Der britische Schauspieler Tim Curry ist tot. Er starb im Alter von 80 Jahren, wie mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf seine Managerin berichteten. Curry wurde einem breiten Publikum vor allem durch zwei Rollen bekannt: Als sexbesessener Wissenschaftler Dr. Frank N. Furter in der „Rocky Horror Picture Show“ und als furchterregender Horror-Clown Pennywise in der Stephen-King-Verfilmung „Es“.

Seinen Durchbruch feierte Curry 1973 in der Bühnenfassung der „Rocky Horror Show“ im Londoner Royal Court Theatre. Das Musical von Richard O'Brien erzählt die Geschichte eines außerirdischen, bisexuellen Wissenschaftlers in Frauenkleidern – „der Transvestit vom Planeten Transsexual aus der Galaxie Transylvania“. In der konservativen britischen Gesellschaft der 1970er Jahre galt das Stück als ausgesprochen gewagt. Currys eigene Mutter soll einige Jahre zuvor beschämt im Publikum gesessen haben, als ihr Sohn in seiner ersten Rolle im Musical „Hair“ nackt auf der Bühne getanzt hatte.

Die Uraufführung der „Rocky Horror Show“ fand am 16. Juni 1973 vor nur 85 Zuschauern statt. Nach zähen Startwochen wurde das Obergeschoss des Theaters zu klein. Zwei Jahre später sang Curry als Dr. Frank N. Furter auch auf der Kinoleinwand „Sweet Transvestite“. Die Verfilmung „Rocky Horror Picture Show“ machte den Mann mit dem dämonischen Grinsen weltweit bekannt und etablierte ihn als Ikone der Schwulen-Szene. Dem Ruhm selbst konnte Curry wenig abgewinnen. „Ich genieße das nicht, aber ich spiele das Spiel mit“, sagte er später dem „Guardian“.

Geboren wurde Timothy James Curry 1946 in der Grafschaft Cheshire. Wegen der Militärkarriere seines früh verstorbenen Vaters verbrachte er Teile seiner Kindheit in Hongkong. Nach dem Schauspielstudium an der Universität Birmingham wirkte er zunächst an der Royal Shakespeare Company und in kleineren Fernsehrollen mit, bevor ihn sein „Hair“-Kollege O'Brien zur „Rocky Horror Show“ holte.

In den folgenden Jahren war Curry vor allem im Fernsehen sowie am Londoner West End und am Broadway zu sehen. Er spielte in Brechts „Dreigroschenoper“ und in Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte. Für seine Darstellung von Wolfgang Amadeus Mozart in der Broadway-Version von „Amadeus“ erhielt er eine Tony-Nominierung als Bester Hauptdarsteller. Daneben versuchte er sich als Popstar. Der Soundtrack der „Rocky Horror Picture Show“ verkaufte sich millionenfach, seine eigenen Alben „Read My Lips“, „Fearless“ und „Simplicity“ blieben jedoch kommerziell erfolglos.

Ab den 1980er Jahren gelang Curry auch in Hollywood Fuß zu fassen. Er spielte in John Hustons Musical „Annie“, in der Krimikomödie „Alle Mörder sind schon da“ und 1985 als Herr der Finsternis in Ridley Scotts Fantasy-Film „Legende“. Ende der 1980er Jahre zog er in die USA. In den 1990er Jahren folgten Auftritte in „Jagd auf Roter Oktober“, „Kevin – Allein in New York“ und „Die drei Musketiere“. Seine wohl berühmteste Rolle dieser Zeit war der Horror-Clown Pennywise im Stephen-King-Klassiker „Es“.

Nach einem Schlaganfall im Jahr 2012 war Curry teilweise gelähmt und saß im Rollstuhl. Seinen Humor verlor er dadurch nicht. „Am Tag vor dem Schlaganfall hab ich drei Schachteln geraucht. Das werde ich nicht wieder machen“, scherzte er noch kurz vor seinem Tod in einem Interview. Er arbeitete weiter als Sprecher und lieh unzähligen Figuren in Zeichentrickserien, Kinderserien und Videospielen seine markante Stimme. Als die „Rocky Horror Picture Show“ 2016 für das Fernsehen neu verfilmt wurde, wirkte Curry als Erzähler mit. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er seine Autobiografie „Vagabond“, die er auch als Hörbuch einsprach.

Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.