Griechenland warnt vor sehr hoher Waldbrandgefahr in Athen und auf Inseln
Am 27. August gilt Gefahrenstufe 4 unter anderem in Attika, auf Kreta, Euböa und mehreren Ägäis-Inseln. Am Vortag standen die Ionischen Inseln noch unter Red Code.
Griechenland warnt für Donnerstag, den 27. August, in mehreren dicht besiedelten und touristisch stark frequentierten Regionen vor sehr hoher Waldbrandgefahr. Nach der offiziellen Gefahrenkarte gilt Stufe 4 in Attika mit der Hauptstadt Athen, auf Euböa, Chios, Samos und Ikaria, auf Kreta sowie in Teilen der südlichen Ägäis. Dazu zählen die Kykladen und die Regionalbezirke Kalymnos, Kos und Karpathos.
Die zuständigen staatlichen Stellen, Regionen und Gemeinden wurden angewiesen, ihre Bereitschaft zu erhöhen und auf mögliche Brände schnell reagieren zu können. Die Gefahrenstufe 4 ist eine Prognose für besonders kritische Bedingungen. Sie bedeutet nicht, dass in allen markierten Gebieten bereits Feuer brennen.
Noch am Vortag lag der Schwerpunkt an einer anderen Stelle. Für Mittwoch, den 26. August, hatte Griechenland die Region der Ionischen Inseln wegen ebenfalls sehr hoher Brandgefahr in den Mobilisierungsstatus Red Code versetzt. In diesem Modus wird der nationale Zivilschutzmechanismus vollständig mobilisiert. Personal und Material werden bereitgestellt, regionale und kommunale Koordinierungsstellen sollen die Vorbereitung auf mögliche Notfälle abstimmen.
Der tägliche Wechsel der Karte ist auch für Urlauber relevant. Griechenland befindet sich Ende August weiterhin in der Hochsaison, Strände und Inseln sind mit einheimischen und ausländischen Gästen gut gefüllt. Eine Warnung, die am Mittwoch etwa für die Ionischen Inseln galt, sagt deshalb nicht automatisch, wo am Donnerstag die größte Gefahr besteht.
Die griechische Zivilschutzbehörde ruft in der Brandsaison zu konsequenter Vorsicht auf. Trockenes Gras, Zweige und Abfälle sollen nicht verbrannt werden. Grillen im Wald oder in der Nähe ausgetrockneter Vegetation ist zu vermeiden, ebenso Arbeiten, bei denen Funken entstehen. An Tagen mit hohem Risiko können örtliche Behörden den Zugang zu Wäldern, Parks und anderen empfindlichen Naturgebieten beschränken.
Wer einen Brand entdeckt, soll sofort die Feuerwehr unter 199 oder die europäische Notrufnummer 112 anrufen, den Standort möglichst genau nennen und den Anweisungen der Behörden folgen. Wird eine organisierte Evakuierung angeordnet, sollen die vorgegebenen Routen genutzt werden.
Wie schnell ein touristischer Ort betroffen sein kann, zeigte der 13. August auf der Halbinsel Chalkidiki. Ein Waldbrand näherte sich den Ferienorten Siviri und Fourka. Hunderte Einwohner und Urlauber mussten die Strände verlassen. Euronews berichtete, dass mehr als 250 Touristen mit 15 kleinen Booten über das Meer evakuiert wurden, als die Flammen in Richtung Küste vorrückten.
Für Reisende aus Deutschland bedeutet die Warnung vom 27. August keinen pauschalen Reiseverzicht. Entscheidend sind lokale Anordnungen. Ein Hotel oder Strand kann geöffnet bleiben, während ein nahe gelegener Waldweg oder Naturpark gesperrt wird. Wer sich in Attika, auf Kreta, Kos, Chios, Samos, Ikaria oder den Kykladen aufhält, sollte daher vor Ausflügen aktuelle Hinweise der örtlichen Behörden prüfen.
Die Ionischen Inseln standen am Mittwoch im Mittelpunkt des Red Code, am Donnerstag liegen andere Regionen in der höchsten für diesen Tag ausgewiesenen Risikozone. Die nächste Karte kann erneut anders aussehen. Für Bewohner, Rettungskräfte und Besucher bleibt deshalb die tägliche Aktualisierung entscheidender als eine allgemeine Einschätzung für das gesamte Land.
