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CIA-Chef warnte in Moskau vor Angriff auf Nato-Verbündete

CIA-Direktor John Ratcliffe hat bei seinem Besuch in Moskau Russland Medienberichten zufolge vor einer Eskalation gegen Nato-Verbündete gewarnt. Kremlsprecher Peskow bestätigte Gespräche zwischen den Geheimdiensten, ein Treffen mit Putin habe es nicht gegeben.

CIA-Chef warnte in Moskau vor Angriff auf Nato-Verbündete
Ukraine-Krieg: CIA-Chef warnte in Russland wohl vor Angriff auf Nato

CIA-Direktor John Ratcliffe hat bei seinem Besuch in Moskau Russland einem Medienbericht zufolge vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt. Das berichteten das „Wall Street Journal“ und das Magazin „Politico“ unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Der Chef des US-Geheimdienstes hatte die russische Hauptstadt am Dienstag besucht. Über den Inhalt seiner Gespräche wurde allerdings nur wenig bekannt.

Der CIA-Chef habe Russland vor allem mit Blick auf die östlichen Nato-Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt, berichtete „Politico“. Zudem habe er den Kreml dazu gedrängt, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran herunterzufahren. Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigt, dass Ratcliffe für Gespräche „zwischen den Geheimdiensten“ nach Moskau gekommen war. Der Vertraute von Präsident Wladimir Putin betonte allerdings, dass es kein Treffen des Kremlchefs mit Ratcliffe gegeben habe.

Unterdessen gehen die Kämpfe in der Ukraine unvermindert weiter. Bei einem Drohnenangriff auf einen Kleinbus im russisch besetzten Teil des ostukrainischen Gebietes Luhansk sind nach Angaben der Besatzungsbehörden mindestens neun Menschen getötet worden. Weitere sechs seien verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gebietsgouverneur Leonid Passetschnik auf der Plattform Telegram mit. Demnach war der Bus mit 15 Passagieren auf der Route von Lyssytschansk nach Kadijiwka unterwegs. Die genannte Straße befindet sich rund 50 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Kiew weist regelmäßig Anschuldigungen von Angriffen auf Zivilisten zurück.

In der benachbarten Region Donezk meldeten örtliche Medien zudem einen ukrainischen Angriff mit Marschflugkörpern auf die russisch besetzte gleichnamige Gebietshauptstadt. Den Berichten zufolge gab es vier bis fünf Explosionen. In sozialen Medien kursierten Videoaufnahmen einer riesigen Rauchwolke. Über mögliche Opfer wurde vorerst nichts bekannt.

Nach ukrainischen Drohnenangriffen am 26. August hat die viertgrößte Ölraffinerie und der zweitgrößte Benzinproduzent Russlands erneut die Verarbeitung von Rohöl eingestellt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ukrainische Streitkräfte griffen die Produktionsanlagen der Lukoil-Nizhegorodorgsintez-Raffinerie, auch bekannt als NORSI, in Kstowo in der Region Nischni Nowgorod an. „Der Angriff hat das Ziel getroffen, woraufhin ein Feuer auf dem Gelände der Anlage ausbrach“, erklärte der ukrainische Generalstab. „Das Ausmaß der Schäden wird derzeit noch ermittelt.“ Laut Reuters wurden bei dem nächtlichen Angriff mehrere Verarbeitungseinheiten, die Infrastruktur zwischen den Einheiten sowie allgemeine Anlagen der Raffinerie beschädigt. Es ist unklar, wie lange die Anlage außer Betrieb bleiben wird, während die Reparaturen durchgeführt werden.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew waren gegen 3 Uhr morgens mehrere aufeinanderfolgende Explosionen zu hören, wie der Kyiv Independent vor Ort berichtete. In den meisten Teilen der Ukraine, mit Ausnahme der westlichen Regionen, galt zu diesem Zeitpunkt Luftalarm. In der Hauptstadt waren demnach innerhalb von etwa einer Minute mindestens sechs Explosionen zu hören. Auch in den südlichen Städten Odessa und Saporischschja wurden Explosionen gemeldet. Bei dem Angriff auf Saporischschja wurden mindestens drei Menschen verletzt, wie Gouverneur Iwan Fedorow in einem Beitrag auf Telegram mitteilte.

Derweil zeichnet sich ab, dass der russische Präsident Wladimir Putin die laufenden Friedensgespräche über den Ukraine-Krieg dem Vernehmen nach für „komplett festgefahren“ hält – und stattdessen auf weitere militärische Eskalation setzt. Nach Informationen von Bloomberg erwägt Moskau demnach verstärkte Angriffe mit ballistischen Raketen auf das Zentrum Kyjiws sowie auf kritische Infrastruktur in anderen Städten. Die von der Trump-Regierung über rund anderthalb Jahre vermittelten Verhandlungen gelten demnach als gescheitert; beide Seiten stünden heute im Grunde dort, wo sie zu Beginn der Gespräche standen. Innerhalb des Machtzirkels in Moskau wächst laut den anonymen Quellen die Sorge, Putin könne im äußersten Fall sogar taktische Atomwaffen gegen die Ukraine einsetzen. Pro-Kriegs-Hardliner im russischen Establishment drängen seit Monaten auf eine Abkehr von Diplomatie, auf eine Generalmobilmachung und Angriffe.

Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.