Brand in Rumänien nahe der Ukraine – Drohnenexplosion vermutet
Bei Plauru an der Donau brach am Abend ein Feuer aus. Anwohner berichten von einer Explosion und vermuten eine Drohne; Typ und Herkunft sind bislang nicht offiziell festgestellt.
In einem Waldgebiet nahe dem rumänischen Dorf Plauru im Kreis Tulcea ist am Mittwochabend ein Feuer ausgebrochen. Die staatliche Forstverwaltung Romsilva teilte mit, der Brand habe gegen 17.50 Uhr begonnen und zunächst etwa einen halben Hektar erfasst. Bewohner der Gegend berichteten den Forstleuten von einer Explosion. Nach ihrer Einschätzung könnte eine Drohne die wahrscheinlichste Ursache des Feuers gewesen sein.
Eine amtliche Identifizierung liegt für diesen Vorfall bislang nicht vor. In den Mitteilungen von Romsilva, der Katastrophenschutzbehörde ISU Delta und Radio România werden weder ein Drohnentyp noch ein Herkunftsland genannt. Damit ist auch die Bezeichnung als russische Shahed- oder Geran-Drohne derzeit nicht belegt. Ob tatsächlich ein unbemanntes Fluggerät explodierte, kann erst die Suche nach möglichen Trümmern und deren technische Untersuchung klären.
Plauru liegt an einer der empfindlichsten Stellen der rumänisch-ukrainischen Grenze. Das Dorf befindet sich nach Angaben von Radio România nur rund 200 Meter vom ukrainischen Hafen Izmail entfernt, getrennt durch die Donau. Russische Drohnenangriffe auf die Hafeninfrastruktur entlang des Flusses haben in den vergangenen Jahren immer wieder dazu geführt, dass Rumänien sein Grenzgebiet überwachen und die Bevölkerung warnen musste.
Auch am Mittwoch hatte es schon Stunden vor dem Feuer einen Luftalarm gegeben. Rumänische Radarsysteme erfassten ein Luftziel etwa acht Kilometer nördlich des ukrainischen Vylkove nahe der Grenze. Die Luftwaffe ließ einen Hubschrauber vom Typ IAR-330 PUMA SOCAT aufsteigen. Gegen 13.15 Uhr erhielten Bewohner im Norden und Osten des Kreises Tulcea eine RO-Alert-Warnung. Um 14.44 Uhr wurde die Alarmierung beendet. Das Verteidigungsministerium erklärte für diesen früheren Vorgang, es sei kein Eindringen in den rumänischen Luftraum gemeldet worden. Ein Zusammenhang mit dem späteren Brand ist nicht öffentlich belegt.
Die Löscharbeiten waren wegen der Lage im Donaudelta logistisch aufwendig. ISU Delta schickte neun Feuerwehrleute mit einem Boot in den Bereich von Plauru. Auch Forstbeschäftigte, freiwillige Helfer der Gemeinde Ceatalchioi und Anwohner waren im Einsatz. Später hieß es, das Feuer sei lokalisiert; rund 2.000 Quadratmeter trockene Vegetation seien zu diesem Zeitpunkt betroffen gewesen.
Dass eine Drohne als Ursache in Betracht gezogen wird, hat einen konkreten Hintergrund. Am 16. August meldete das rumänische Verteidigungsministerium, ein Flugkörper sei aus Richtung Moldau in den nationalen Luftraum eingedrungen. Ein spanischer F-18-Jet im Luftpolizeidienst erhielt die Freigabe zum Eingreifen und schoss die Drohne ab. In älteren Fällen rund um Plauru wurden zudem russische Drohnenteile gefunden. Das Ministerium identifizierte dabei unter anderem Trümmer vom Typ Geran1/2.
Diese Vorgeschichte erhöht die Aufmerksamkeit, ersetzt aber nicht die Untersuchung des aktuellen Brandorts. Für Rumänien und seine NATO-Partner ist entscheidend, ob ein Fluggerät gezielt rumänisches Gebiet traf, vom Kurs abkam, auf ukrainischer Seite abgefangen wurde oder ob lediglich Teile über die Grenze fielen. Diese Szenarien haben sehr unterschiedliche politische und militärische Folgen. Solange keine Fragmente des aktuellen Vorfalls analysiert sind, bleibt die gesicherte Lage enger: In Plauru brannte es, Anwohner hörten eine Explosion und vermuten eine Drohne. Herkunft und Modell sind offen.
