Studentenwohnreport 2026: Mieten steigen weiter, Bafög reicht kaum
Der Studentenwohnreport 2026 zeigt: Die Mieten für studentisches Wohnen sind erneut gestiegen. In München kostet eine kleine Wohnung über 880 Euro, in Chemnitz unter 300 Euro. Die Bafög-Wohnkostenpauschale von 380 Euro deckt kaum ein Zimmer. Über 100.000 Studierende suchen zum Wintersemester 2026/27 noch eine Unterkunft.
Die Mieten für studentisches Wohnen in Deutschland sind erneut deutlich gestiegen. Wie aus dem aktuellen Studentenwohnreport hervorgeht, verteuerten sich die Preise für kleine Wohnungen, WG-Zimmer und möblierte Zwischenmieten innerhalb des vergangenen Jahres um mehr als drei Prozent. Im Dreijahresschnitt beträgt der Anstieg durchschnittlich vier Prozent pro Jahr. Die qualitätsbereinigten Durchschnittsmieten liegen damit 2,6 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Der Report wird jährlich zum Beginn des Wintersemesters vom Institut der deutschen Wirtschaft und dem Finanzberatungsunternehmen MLP herausgegeben und untersucht die Entwicklungen an 38 Hochschulstandorten. Demnach geben Studierende mittlerweile mehr als die Hälfte ihrer Einkünfte allein für die Miete aus. Mehr als zwei Drittel von ihnen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von den hohen Wohnkosten überlastet.
Die Mieten driften dabei immer weiter auseinander. Teuerster Standort bleibt München: Dort kostet eine kleine Wohnung für Studierende durchschnittlich mehr als 880 Euro. In Metropolen wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln oder Münster zahlen Studierende zwischen 600 und 800 Euro. Deutlich günstiger ist es in Ostdeutschland. Chemnitz ist auch in diesem Jahr der günstigste Hochschulstandort, dort gibt es kleine Wohnungen für weniger als 300 Euro. Dresden und Jena sind mit mehr als 500 Euro die teuersten Studentenstädte der Region. Den stärksten Mietenanstieg verzeichnet der Report in Hamburg, Saarbrücken und Bochum.
Besonders stark stiegen die Preise für Wohnungen unter 40 Quadratmetern mit einem Plus von 3,5 Prozent. WG-Zimmer und möblierte Wohnangebote auf Zeit verteuerten sich mit etwas mehr als zwei Prozent weniger stark und bleiben die günstigeren Alternativen. Trotzdem sind auch sie für viele Studierende zu teuer.
Die Folgen sind bereits spürbar: Immer mehr Studierende bleiben wegen der hohen Wohnkosten zu Hause, pendeln oder verzichten ganz auf ein Studium. Daran ändert auch das Angebot an geförderten Wohnheimen nichts. Die fast 200.000 verfügbaren Wohnheimplätze decken gerade einmal zehn Prozent der Nachfrage ab. Die Wartelisten sind entsprechend lang. Zum Wintersemester 2026/27 verzeichnen die Studierendenwerke mehr als 100.000 Studierende, die noch eine Unterkunft suchen – gut dreimal so viele wie im vergangenen Jahr.
Die Bundesregierung will mit einer Bafög-Reform gegensteuern und die staatliche Unterstützung zum Sommersemester 2027 anheben. Die Wohnkostenpauschale soll von 380 auf 440 Euro steigen. Doch aus den Daten des Studentenwohnreports geht hervor, dass dieser Betrag lediglich Mieten in einigen ostdeutschen Städten decken würde. Kritiker bemängeln zudem, dass die Förderung zu spät komme. Schätzungen zufolge dürften künftig immer weniger Studierende von der staatlichen Förderung profitieren. Bereits in den vergangenen Jahren ist der Anteil gesunken – von 484.000 im Jahr 2024 auf 443.000 im Jahr 2025. Gleichzeitig sank die Summe der Unterstützung um fünf Prozent.
Das Bundesforschungsministerium rechnet trotz Bafög-Novelle im kommenden Jahr nur noch mit 278.000 Bafög-Beziehern. Auch die Autoren des Studentenwohnreports halten es für unwahrscheinlich, dass die Regierung künftig weitere Unterstützungsangebote aufsetzen wird. Demgegenüber steht eine wachsende Zahl an Studierenden: Prognosen zufolge soll sie bis 2040 weiter steigen, was die Konkurrenz um bezahlbaren Wohnraum zusätzlich befeuern dürfte. Besonders stark zunehmen dürften die Studierendenzahlen in Münster, Hamburg und Berlin mit fast zehn Prozent mehr. Überdurchschnittliche Zuwächse werden auch in Leipzig, Frankfurt und Rostock erwartet. Umso wichtiger sei es, «bezahlbares Wohnen für Studierende auf anderen Wegen zu ermöglichen», resümieren die Studienautoren.
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