Margarita Broich über ihre späte Liebe: „Ich habe nichts gesucht und alles gefunden“
Schauspielerin Margarita Broich spricht über ihre Ehe mit Rechtsanwalt Dirk Schmalenbach, die sie Ende 50 fand. Im September feiert das Paar siebten Hochzeitstag. Anlass ist der TV-Film „Liebe braucht Meer“.
Schauspielerin Margarita Broich hat mit Ende 50 noch einmal die große Liebe gefunden – und blickt im Vorfeld ihres siebten Hochzeitstags zufrieden auf die gemeinsame Zeit mit ihrem Ehemann, dem Rechtsanwalt Dirk Schmalenbach. „Wir hatten Gott sei Dank kein verflixtes siebtes Jahr. Im Gegenteil. Das letzte Jahr war besonders schön“, sagt die 64-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. Im September feiern die beiden ihren Hochzeitstag, die Planungen sind noch offen: „Mit einem Fischbrötchen oder vielleicht einer Reise?“, überlegt Broich.
Für die Schauspielerin kommt es weniger auf das Programm an als auf das gemeinsame Erleben. „Zu zweit macht alles einfach mehr Spaß. Man sieht mehr, erlebt mehr und leider isst man auch mehr“, beschreibt sie ihren Ehealltag. Auch Humor sei in den sieben Jahren nicht verloren gegangen. Verändert habe sie die Ehe durchaus: „Ich bin tatsächlich etwas ordentlicher geworden. Leider hat mein Mann das noch nicht ganz mitgekriegt.“
Besonders gerne erinnert sich Broich an die Hochzeit selbst, die bewusst im kleinen Rahmen stattfand. „Wir waren ganz allein mit unserer Pfarrerin, dem Kantor und dem Organisten“, erzählt sie. Gerade diese Intimität habe den Tag zu etwas Besonderem gemacht: „Das war besonders innig.“
Anlass der öffentlichen Äußerungen ist der neue TV-Film „Liebe braucht Meer“, der am 28. August um 20.15 Uhr im Ersten läuft. Broich spielt darin Silvia Strack, eine Anwältin und Mutter, die mit ihrer Tochter Lissi (Morgane Ferru) nach Frankreich reist. Als Silvia unerwartet ausfällt, ist Lissi plötzlich auf sich allein gestellt und bekommt die Chance, beruflich wie privat neue Wege einzuschlagen – ein Prinzip, das Broich aus ihrem eigenen Leben kennt. „Ich habe mir sogar manchmal im Leben gewünscht, aus der Bahn getragen zu werden. Das ist dann auch häufiger passiert“, verrät sie.
Mit Morgane Ferru stand Broich bereits zuvor als Mutter und Tochter vor der Kamera, eine Konstellation, die sie gerne wiederholt. „Ich liebe Morgane. Mit ihr zu spielen, macht einfach Freude“, schwärmt sie. Das Zusammenspiel vergleicht sie mit dem Sport: „Bei Schauspielern ist das wie bei einem Tennis-Doppel. Man muss aufmerksam zusammenspielen und doch für sich bleiben.“
In ihrem Privatleben ist inzwischen eine weitere Rolle hinzugekommen: die der Großmutter. „Ich hoffe, eine gute und lustige“, sagt Broich. Vor allem genieße sie es, durch ihren Enkel die Welt noch einmal mit anderen Augen zu sehen. „Im Alter ist es ganz schön, die Dinge noch mal mit Kinderaugen zu sehen. Spielen ist ja mein Beruf. Da bin ich mit meinem Enkel gerne eins.“
Trotz aller Lebenserfahrung hilft diese ihrer Meinung nach wenig gegen die Unberechenbarkeit der Liebe. „Ich denke, wenn man sich verliebt, ist man mit 60 genauso hilflos wie mit 30“, sagt Broich. Sich auf einen anderen Menschen einzulassen bedeute immer, sich verletzlich zu machen: „Man liefert sich auch aus.“ Gerade darin liege aber die Chance auf etwas Besonderes: „Das große Glück ist, jemanden zu finden, der einen erkennt und liebt.“
Broich selbst hat dieses Glück später im Leben gefunden, ohne danach gesucht zu haben. „Bei mir war es ja so: Ich habe nichts gesucht und alles gefunden“, sagt sie. Einen Rat für die Liebe jenseits der 50 will sie deshalb nicht geben: „Fürs Finden gibt es keinen Rat.“ Viel wichtiger sei es, sich die Offenheit für das Unerwartete zu bewahren. „Das Leben ist erst zu Ende, wenn es zu Ende ist. Und bis dahin kann alles passieren.“ Neugierde sei beim Älterwerden „sowieso ein guter Ratgeber“. Und wer offen bleibe, könne Glück womöglich auch dort entdecken, wo er es zunächst nicht vermutet: „Vielleicht ist das Glück kein anderer Mensch, sondern eine Aufgabe.“
Dazu passt für Broich ein Satz von Astrid Lindgren, den die Schriftstellerin mit 70 geprägt habe: „Es gibt kein Verbot für alte Frauen, auf Bäume zu klettern.“
