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Gen-Z-Proteste enden in Plünderungen und Ausschreitungen in Frankfurt und Köln

Nach zunächst friedlichen Demonstrationen Zehntausender junger Menschen kam es am Abend in Frankfurt und Köln zu Plünderungen, Angriffen auf Polizisten und mehreren Festnahmen.

Gen-Z-Proteste enden in Plünderungen und Ausschreitungen in Frankfurt und Köln
t-online.de

Nach zunächst friedlichen Protesten Zehntausender junger Menschen ist es am Abend vor allem in Frankfurt und Köln zu Plünderungen und heftigen Ausschreitungen gekommen. Bei Dunkelheit wurden Schaufenster eingeschlagen, Molotowcocktails auf Einsatzkräfte geworfen und mehrere Personen festgenommen.

In der Frankfurter Innenstadt beobachteten dpa-Reporter, wie mehrere Personen in Geschäfte eindrangen und Turnschuhe sowie andere Gegenstände stahlen. Auch ein Waffenfachgeschäft wurde angegriffen. Die Polizei bestätigte, dass an mehreren Läden Scheiben eingeschlagen wurden, und erklärte: »Es werden zudem Molotowcocktails auf Einsatzkräfte geworfen.« Beamte sicherten nach Angaben eines Polizeisprechers zwei Waffen, zu deren Art er sich nicht äußerte. Die Polizei sperrte die Einkaufsstraße Zeil ab und forderte Unbeteiligte auf, den Bereich zu verlassen. Die Zeil gehört zu den meistbesuchten Einkaufsstraßen in Deutschland und ist mehr als einen Kilometer lang.

In Köln kam es auf der Domplatte nahe dem Hauptbahnhof zu Angriffen auf Polizisten. Flaschen wurden geworfen, Fahrräder flogen durch die Luft, und ein Mensch erlitt Verletzungen. Nach Polizeiangaben gab es fünf Ingewahrsamnahmen. In einer Nebenstraße ging eine Fensterscheibe durch einen geworfenen E-Scooter zu Bruch. Eine Polizeisprecherin sprach von einem dynamischen Lagebild, Einsatzkräfte wurden zusammengezogen.

Auch in anderen Städten gab es Zwischenfälle. In Berlin wurden Flaschen-, Böller- und Eierwürfe gemeldet, in Hamburg brennende Barrikaden. In einigen Städten setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Auch in Hannover und Bremen kam es zu Vorfällen. Die Szenen in Frankfurt erinnerten nach Beobachtung von Medien an Ereignisse im Nachbarland Frankreich, wo am Samstag 320.000 Menschen an Demonstrationszügen teilnahmen, davon 70.000 in Paris. Laut Innenministerium wurden dort bis 20.00 Uhr landesweit 511 Menschen festgenommen. In Paris und Lyon setzten Ordnungskräfte Tränengas ein.

Die Initiative »Gen Z regelt«, die zu friedlichen Demonstrationen in mehr als 30 deutschen Städten aufgerufen hatte, zog am Nachmittag ein positives Fazit. Ein Sprecher des Presseteams, der öffentlich nur unter seinem Vornamen Amadeo auftritt, sagte der Deutschen Presse-Agentur: »Heute haben hunderttausend Menschen gezeigt, wofür sie auf die Straße gehen.« Auf die Ereignisse nach Ende der Kundgebungen habe die Initiative keinen Einfluss gehabt. Zugleich kündigte er an, in drei Wochen erneut zu mobilisieren, und verwies auf die europaweiten Proteste am 20. November.

Die Initiative fordert mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht sowie ein Ausbau staatlicher Überwachung werden abgelehnt. Kurz vor 20.00 Uhr nannte der Sprecher eine Teilnehmerzahl von mehr als 100.000, die Zahlen aus sechs bis acht Städten fehlten noch. Bundesweite Polizeizahlen lagen zunächst nicht vor; in einigen Städten fielen sie niedriger aus als die Angaben der Veranstalter.

Die Gewerkschaft der Polizei zog eine gemischte Bilanz. Der Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, sagte der »Rheinischen Post«, die Proteste der Gen Z hätten sich als sehr friedlich erwiesen. Nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen habe sich die Lage in einigen Städten jedoch zugespitzt. Die Gewalt sei von »autonomen und zum Teil vermummten Personen« ausgegangen. Die Polizei habe dort konsequent und massiv eingegriffen. Die Einsatzkräfte blieben in Bereitschaft, um weitere Ausschreitungen auch in den späten Abend- oder Nachtstunden zu verhindern.

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Florian Lorenz

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Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.