Polizei stoppt Demo in Berlin nach Steinwürfen und Pyrotechnik
In Berlin hat die Polizei einen Protestzug vorzeitig beendet, nachdem auf Beamte Steine geworfen und Pyrotechnik gezündet worden war. Am Nachmittag war eine Kundgebung am Brandenburger Tor friedlich verlaufen.
Die Polizei in Berlin hat eine Demonstration vorzeitig beendet, nachdem es zu Steinwürfen auf Beamte und zum Abbrennen von Pyrotechnik gekommen war. Der Protestzug wurde in Absprache mit dem Veranstalter kurz vor der Diesterwegstraße in Prenzlauer Berg gestoppt. Eigentlich hätte der Zug noch einige hundert Meter bis zum S-Bahnhof Prenzlauer Allee weiterlaufen sollen. Dies teilte Polizeisprecherin Julia Scholz am Abend mit.
Nach Angaben der Polizei hatten sich zunächst rund 700 Menschen am frühen Abend am Rosenthaler Platz nahe den Hackeschen Höfen versammelt. Die Demonstration mit dem Titel „Gen Z hat genug!“ zog von dort in Richtung Prenzlauer Berg. Im Verlauf des Zuges schlossen sich immer mehr Menschen an, am Ende sprach die Polizei von etwa 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Der Protest stand im Zusammenhang mit den bundesweiten Jugendprotesten, war jedoch nicht Teil der bundesweiten Demonstrationen der Initiative „Gen Z regelt“. Die Initiative hatte für diesen Tag zu Veranstaltungen in mehreren Städten aufgerufen, und auch in anderen Städten kam es an diesem Abend zu Spannungen.
Bei der Veranstaltung der Initiative am Brandenburger Tor hatten am Nachmittag Tausende Menschen friedlich demonstriert. Scholz sagte, die beiden Veranstaltungen seien ziemlich gegensätzlich verlaufen. Bei dem abendlichen Protest sei die Stimmung von Beginn an sehr angespannt gewesen, viele Teilnehmende seien dunkel gekleidet und vermummt gewesen. Der Veranstalter wird von der Polizei dem linken Spektrum zugeordnet, auch Teilnehmende aus der propalästinensischen Szene waren nach Polizeiangaben vor Ort. Die Polizei begleitete den Zug mit zahlreichen Beamtinnen und Beamten.
Nach dem Abbruch löste sich der Großteil der Demonstration auf, einzelne Menschentrauben blieben jedoch zurück, teilweise in Nebenstraßen, darunter auch Schaulustige. Scholz beschrieb die Lage als eine Art Katz-und-Maus-Spiel. Die Polizei appellierte auf der Plattform X, friedlich zu bleiben, keine Pyrotechnik abzubrennen und sich eindeutig von Gewalttätern zu distanzieren. Zusätzlich war die Polizei nach eigenen Angaben den ganzen Tag über mit rund 1.500 Beamtinnen und Beamten in der Stadt im Einsatz.
Die Vorfälle zeigen, wie nah friedliche Kundgebungen und gewaltsame Zwischenfälle an diesem Tag beieinanderlagen. Während am Brandenburger Tor Tausende ohne Zwischenfälle demonstrierten, musste die Polizei am Abend einen Zug stoppen, der zuvor von Vermummten und Pyrotechnik geprägt war. Ob und in welchem Umfang es zu Verletzten oder Festnahmen gekommen ist, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
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