Uniper und Equinor schließen langfristigen Erdgasliefervertrag
Der Energiekonzern Uniper und der norwegische Staatskonzern Equinor haben einen neuen Erdgasliefervertrag geschlossen. Norwegen bleibt damit der wichtigste Erdgaslieferant Deutschlands. Das Gas soll über Pipelines nach Deutschland geliefert werden.
Der Energiekonzern Uniper und der norwegische Staatskonzern Equinor haben einen neuen Vertrag über die Lieferung von Erdgas geschlossen. Die Vereinbarung sichert Deutschland langfristig den Zugang zu norwegischem Pipelinegas und festigt die Position Norwegens als wichtigster Erdgaslieferant der Bundesrepublik. Das Gas soll über bestehende Pipelineverbindungen nach Deutschland transportiert werden.
Norwegen ist seit dem Wegfall russischer Lieferungen der zentrale Pfeiler der deutschen Gasversorgung. Der neue Vertrag zwischen Uniper und Equinor dürfte dazu beitragen, dass sich an dieser Konstellation auch in den kommenden Jahren nichts ändert. Über die genaue Laufzeit des Vertrags und die vereinbarten Mengen wurden zunächst keine Details bekannt gegeben. Beide Unternehmen äußerten sich bislang nicht öffentlich zu den Konditionen der Vereinbarung.
Für Uniper ist der Vertrag ein weiterer Schritt zur Sicherung des eigenen Gasportfolios. Der Düsseldorfer Konzern war während der Energiekrise verstaatlicht worden und hat sich inzwischen neu aufgestellt. Das Unternehmen vermarktet das Gas an Stadtwerke, Industriekunden und weitere Abnehmer in Deutschland und Europa. Die langfristige Bindung an norwegische Liefermengen gibt Uniper Planungssicherheit bei der Beschaffung.
Equinor wiederum sichert sich mit dem Vertrag einen verlässlichen Absatzmarkt für seine Förderung auf dem norwegischen Kontinentalschelf. Der Staatskonzern hat in den vergangenen Jahren seine Lieferungen nach Deutschland deutlich ausgeweitet und gilt als systemrelevant für die deutsche Energieversorgung. Norwegische Pipelines führen direkt in die Bundesrepublik und speisen unter anderem in das deutsche Fernleitungsnetz ein.
Die Bedeutung Norwegens für die deutsche Energieversorgung ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Während Russland früher der dominierende Lieferant war, kommt heute der Großteil des nach Deutschland importierten Erdgases aus Norwegen. Auch beim Ausbau der Wasserstoffwirtschaft und bei der Speicherung von CO₂ arbeiten beide Länder eng zusammen. Der neue Gasvertrag fügt sich in dieses Bild ein und unterstreicht die strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und Norwegen in der Energiepolitik.
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Gasversorgung langfristig auf mehrere Säulen zu stellen. Neben Pipelinegas aus Norwegen spielen Flüssiggasimporte über die neuen Terminals an der deutschen Nordseeküste eine wachsende Rolle. Der Vertrag zwischen Uniper und Equinor zeigt jedoch, dass Pipelinegas aus Norwegen auch künftig ein tragender Bestandteil des deutschen Energiemixes bleiben wird.
