Russische Angriffe auf die Schwarzmeerhäfen legen zentrale Teile der ukrainischen Erzindustrie lahm. Das Bergbaukombinat Poltawa kündigte einen Stillstand der Förderung von zehn bis 20 Tagen an, wie Unternehmenschef Viktor Lotous Medienberichten zufolge im Parlament erklärte. Drei von vier Schiffen mit Eisenerzkonzentrat könnten demnach nicht auslaufen. Ein weiteres Schiff sei von einer russischen Drohne beschädigt worden, dabei kam ein Matrose ums Leben.

Auch das große Bergbaukombinat von Krywyj Rih hat wegen der russischen Angriffe auf die ukrainischen Häfen die Eisenerzförderung in seinem Tagebau eingeschränkt. Die Blockade trifft damit einen Wirtschaftszweig, der maßgeblich von Exporten über das Schwarze Meer abhängt.

Die militärische Lage bleibt unterdessen angespannt. Rumänien, Mitglied von Nato und EU, ließ nach der Entdeckung von Flugkörpern nahe der Grenze zur Ukraine zwei Kampfjets aufsteigen. Die Ziele seien im Bereich der Flussgrenze geortet worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Im grenznahen Bezirk Tulcea wurde die Bevölkerung gewarnt.

Bei einem schweren Luftangriff hat Russland nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erstmals seit längerer Zeit wieder eine Rakete aus Nordkorea eingesetzt. Ausgerechnet diese Rakete habe das Wohnhaus einer Großfamilie in Raduschne bei Krywyj Rih getroffen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Nach vorläufigen Angaben kamen sechs Mitglieder einer Familie ums Leben; in dem völlig zerstörten Haus wohnten zehn Menschen. «Natürlich wird es noch Untersuchungen geben, alles wird überprüft werden», sagte der Präsident mit Blick auf die Herkunft der Rakete.

Selenskyj warf Moskau vor, sich mit dem «wahnsinnigen Regime in Nordkorea» zu verbünden, um Waffen und Soldaten zu bekommen. Russland und das isolierte Nordkorea haben eine enge militärische Zusammenarbeit mit gegenseitigem Beistand vereinbart. Nordkoreanische Soldaten kamen 2024 und 2025 in Russland zum Einsatz, um eingedrungene ukrainische Truppen aus dem westrussischen Gebiet Kursk zu verdrängen. Nach Erkenntnissen der Ukraine und westlicher Geheimdienste hat Nordkorea zudem ballistische Raketen, Artilleriegeschütze, Raketenwerfer und Munition an Moskau geliefert. Die Ukraine warnt davor, dass Pjöngjang erneut 30.000 Soldaten an Russland abstellen könnte.

In der russischen Region Wolgograd brennen nach einem Drohnenangriff eine Energieanlage und mehrere Lagerhallen. Das teilte der regionale Gouverneur Andrej Botscharow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Fünf Menschen benötigten demnach medizinische Hilfe. Details zu den betroffenen Anlagen nannte er nicht. In der Region befindet sich eine Ölraffinerie des Konzerns Lukoil.

US-Präsident Donald Trump ist sich einem Zeitungsbericht zufolge nicht sicher, ob er der Ukraine den Bau von Patriot-Raketen erlauben wird. «Es ist eine sehr außergewöhnliche Waffe, und wir müssen ein wenig vorsichtig sein, an wen wir Lizenzen vergeben», zitierte die «Financial Times» den Präsidenten aus einem Telefonat. Zugleich kündigte Trump an, dass seine Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff in den kommenden Tagen erstmals in die Ukraine reisen.

Wegen Betrugsverdachts beim Drohnenbau hat die russische Justiz Medienberichten zufolge den Milliardär Waleri Kustow festgenommen. Mit ihm sei auch der Generaldirektor seines Lebensmittelkonzerns Efko, Jewgeni Ljaschenko, in Gewahrsam genommen worden, berichtete das Internetportal RBK. Die Vorwürfe drehen sich demnach um einen Staatsauftrag zum Bau von Drohnen, die Russland auch in seinem Angriffskrieg verwendet.

Russland ist für stabile Internetverbindungen ins Ausland von Finnland abhängig. Jetzt trennt der Nachbar die Kabel und kappt damit eine wichtige digitale Verbindung zwischen Russland und Europa.

Die russische Finanzaufsicht Rosfinmonitoring hat den Gründer des Messengerdienstes Telegram, Pawel Durow, auf ihre Liste der Terroristen und Extremisten gesetzt. Der Name des in Leningrad geborenen, bislang nicht verurteilten Russen taucht ohne nähere Angaben in der Behördendatei auf. Zuvor hatte der Inlandsgeheimdienst FSB Durow Beihilfe zum Terror vorgeworfen und angekündigt, ihn zur Fahndung auszuschreiben. Hintergrund sind Vorwürfe, dass Telegram auch von ukrainischen Geheimdiensten genutzt werde, um Kontakte zu Russen herzustellen, die im Auftrag Kiews Sabotageakte und andere Straftaten begingen. Rosfinmonitoring steht in der Kritik, dem Kreml als Instrument politischer Willkür gegen Andersdenkende zu dienen.