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Wirtschaft

Greenpeace beziffert Hitzeschäden auf 36 Milliarden Euro

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die volkswirtschaftlichen Schäden des Hitzesommers in Deutschland auf mindestens 36 Milliarden Euro beziffert. Das entspricht knapp einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ernteausfälle, gestoppte Binnenschifffahrt und Hitzekranke sind die Hauptposten.

Greenpeace beziffert Hitzeschäden auf 36 Milliarden Euro
Greenpeace beziffert volkswirtschaftliche Schäden durch Hitzesommer auf 36 Milliarden Euro

Die Hitzewellen des vergangenen Sommers haben in Deutschland nach Berechnungen von Greenpeace volkswirtschaftliche Schäden von mindestens 36 Milliarden Euro verursacht. Wie die Umweltschutzorganisation in Hamburg mitteilte, entspricht diese Summe knapp einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Organisation spricht angesichts der Zahlen von „wahren Kosten weit über unseren Berechnungen“.

Zu den größten Schadensposten zählen nach Angaben von Greenpeace Ernteverluste in der Landwirtschaft, die durch die extreme Trockenheit erheblich ausfielen. Hinzu kommen Kosten für die Behandlung von Hitzekranken sowie Schäden durch Waldbrände, die in mehreren Regionen Deutschlands wüteten. Auch die Binnenschifffahrt war von dem trockenen Sommer stark betroffen: Wegen niedriger Wasserstände mussten zahlreiche Schiffe ihre Fahrten einstellen oder konnten nur mit reduzierter Ladung fahren, was zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führte.

Die Umweltschutzorganisation warnt, dass die tatsächlichen Kosten des trockenen Sommers noch deutlich höher liegen dürften als die nun vorgelegte Schätzung. Viele Folgeeffekte, etwa langfristige Schäden an Wäldern und Ökosystemen oder indirekte wirtschaftliche Verwerfungen, seien in der Berechnung nicht vollständig erfasst. Greenpeace fordert daher ein entschlosseneres Vorgehen der Bundesregierung beim Klimaschutz, um künftige Hitzesommer und ihre wirtschaftlichen Folgen abzumildern.

Die Berechnungen der Organisation basieren auf einer Auswertung vorliegender Daten zu Ernteausfällen, Gesundheitskosten und Infrastrukturschäden. Die Summe von 36 Milliarden Euro macht deutlich, dass der Klimawandel nicht nur ein ökologisches, sondern in zunehmendem Maße auch ein ökonomisches Problem darstellt. Die wirtschaftlichen Belastungen durch extreme Wetterereignisse treffen dabei nicht nur einzelne Branchen, sondern die gesamte Volkswirtschaft.

Besonders betroffen war in diesem Sommer die Landwirtschaft, die unter der anhaltenden Dürre litt. Vielerorts fielen die Ernten deutlich geringer aus als in normalen Jahren, was zu Einkommensverlusten für die Betriebe führte. Auch die Forstwirtschaft meldete Schäden durch die Trockenheit, die Bäume anfälliger für Schädlinge macht. Die gestoppte Binnenschifffahrt auf wichtigen Wasserstraßen wie dem Rhein belastete zudem die Logistikbranche und zwang Unternehmen zu teuren Ausweichlösungen.

Greenpeace sieht in den Zahlen einen weiteren Beleg für die Dringlichkeit wirksamer Klimaschutzmaßnahmen. Die Organisation fordert unter anderem einen schnelleren Ausstieg aus fossilen Energien und eine konsequentere Umsetzung der Klimaziele. Nur so ließen sich die wirtschaftlichen Risiken durch extreme Hitzeperioden langfristig begrenzen.

Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.