EZB lässt Leitzins trotz höherer Inflation bei 2,5 Prozent
Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins nach zwei Erhöhungen in Folge zunächst bei 2,5 Prozent, obwohl die Inflation wieder anzieht.
Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins vorerst bei 2,5 Prozent. Trotz einer wieder steigenden Inflation verzichten die Währungshüter auf eine weitere Anhebung des Zinssatzes, mit dem sich Kredite und Einlagen im Euroraum verteuern oder verbilligen.
Der Schritt ist bemerkenswert, weil die EZB den Leitzins nach Beginn des Irankriegs bereits zweimal in Folge erhöht hatte. Die Notenbank reagierte damit auf den Preisdruck, der sich seither im Euroraum aufgebaut hat. Zuletzt war der Leitzins im September angehoben worden, seither blieb er unverändert.
Dass die Notenbank nun abwartet, zeigt die Abwägung, vor der die EZB steht. Auf der einen Seite steht die Inflation, die zuletzt wieder angezogen hat und das Ziel der Preisstabilität gefährdet. Auf der anderen Seite soll eine zu straffe Geldpolitik die wirtschaftliche Erholung im Euroraum nicht unnötig bremsen. Die Entscheidung von Mittwoch bedeutet daher keine Entwarnung, sondern eine Pause, in der die Zentralbank die weitere Entwicklung beobachtet.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt die Lage damit zunächst stabil. Wer einen Kredit aufnimmt oder ein Sparprodukt wählt, orientiert sich an Zinsen, die sich nach dem Leitzins richten, allerdings nicht eins zu eins. Banken geben Veränderungen des Leitzinses nur zeitverzögert und in unterschiedlichem Umfang weiter. Eine Entwarnung für die Preise lässt sich aus der Entscheidung ebenfalls nicht ableiten, da die Inflation nach den vorliegenden Angaben zuletzt wieder zugelegt hat.
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