Im Rechtsstreit um die Schließung von Konten der Trump Organization hat die US-Bank Capital One erstmals offiziell einen Zusammenhang mit der Bekämpfung von Geldwäsche hergestellt. Das Geldhaus wehrt sich gegen eine Klage des Unternehmens von US-Präsident Donald Trump und beantragt, die Klage abzuweisen. In einem am Freitag eingereichten Gerichtsantrag begründet Capital One die Kündigung der Konten mit den Prüfungen ihres Anti-Geldwäsche-Teams.

Die Bank hatte die Schließung von mehr als 300 Konten bereits im März 2021 angekündigt. Die Trump Organization und Trumps Sohn Eric reichten daraufhin im März 2025 Klage ein. In der Klage werfen sie der Bank vor, aus ideologischen, sogenannten «woken» Gründen gehandelt zu haben. Die Entscheidung sei von der politischen Stimmung nach den Unruhen am Kapitol vom 6. Januar 2021 geprägt gewesen.

Capital One hält diese Darstellung für unzutreffend. In dem Gerichtsantrag heißt es, die Schließung sei «das Ergebnis monatelanger Analysen und einer sorgfältigen Prüfung durch das Anti-Geldwäsche-Team» gewesen. Die von der Bank festgestellten Transaktionsmuster gehörten zu den Aktivitäten, vor denen die US-Bankenaufsicht warne. Den Vorwurf einer politisch motivierten Kontoschließung nannte die Bank «irreführend».

Einen ausdrücklichen Vorwurf der Geldwäsche erhebt Capital One gegen die Trump Organization damit nicht. Gleichwohl ist es das erste Mal, dass eine Bank in einem öffentlich bekannten Verfahren die Schließung von Konten aus dem Umfeld der Trump-Familie ausdrücklich mit dem Risiko von Geldwäsche in Verbindung bringt. Die Trump Organization und Eric Trump sehen in der Kündigung eine politisch motivierte Benachteiligung. Capital One weist das zurück und verweist auf interne Analysen und die Warnungen der Bankenaufsicht.

Der Rechtsstreit ist in einen größeren Konflikt zwischen der Trump-Regierung und großen US-Banken eingebettet. Seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit übt die Regierung Druck auf Geldhäuser aus. Sie greift damit Beschwerden von Konservativen auf, wonach Banken gezielt gegen politisch rechtsstehende Kunden vorgehen. Für diese Praxis hat sich der Begriff «Debanking» etabliert.

Erst im Januar hatte Donald Trump eine ähnliche Klage gegen die Bank JP Morgan eingereicht. Auch dort geht es um die Schließung von Konten. Die Vorwürfe ähneln sich: Die Kläger sehen eine politisch motivierte Benachteiligung durch die Finanzbranche, während Capital One auf eigene Risikoanalysen verweist.

Capital One will die Klage abweisen lassen. Die Bank argumentiert, die Entscheidung sei auf der Grundlage fachlicher Prüfungen getroffen worden und nicht aus politischen Erwägungen. Ob die Trump Organization mit ihren Vorwürfen vor Gericht durchdringt, ist offen. Der Fall ist damit Teil einer Reihe juristischer Auseinandersetzungen zwischen Trump-nahen Akteuren und großen Banken.