Der angeschlagene Chip-Pionier Intel profitiert nach einer langen Durststrecke vom Boom der Künstlichen Intelligenz. Im zweiten Quartal 2025 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um ein Viertel auf 16,1 Milliarden US-Dollar (rund 14,15 Milliarden Euro). Damit übertraf das Unternehmen die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 14,4 Milliarden Dollar deutlich. Es war das schnellste Umsatzwachstum seit Jahren.
Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie konnte Intel die Wall Street überraschen: Mit 42 Cent lag der Wert doppelt so hoch wie von Experten im Schnitt vorhergesagt. Der Aktienkurs des Konzerns stieg im nachbörslichen Handel zeitweise um rund zwölf Prozent. Anleger reagierten damit nicht nur auf die starken Quartalszahlen, sondern auch auf einen optimistischen Ausblick für das laufende dritte Quartal, der ebenfalls über den Markterwartungen lag.
Trotz der operativen Erholung wies Intel unterm Strich einen Verlust von elf Milliarden Dollar aus. Dieser ist jedoch auf eine buchhalterische Wertberichtigung zurückzuführen. Hintergrund sind treuhänderisch gehaltene Aktien, die das Unternehmen im Austausch für Milliardensubventionen an die US-Regierung übergeben soll. Der Schritt erfolgte nach Druck von Präsident Donald Trump. Im August 2024 hatte die US-Regierung einen Anteil von rund zehn Prozent an Intel als Gegenleistung für ursprünglich unentgeltlich zugesagte Subventionen erhalten.
Intel dominierte einst den Halbleitermarkt, kämpft aber seit Jahren mit Problemen. Vor allem im Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz hatte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia eine Spitzenposition erobert. Inzwischen füllen Intel und der Konkurrent AMD jedoch verstärkt Nischen in der Infrastruktur rund um Nvidia-Chipsysteme aus. Die rasende Nachfrage nach Halbleitern für KI-Rechenzentren schlägt nun auch auf das Geschäft des Branchenpioniers durch.
Unter dem seit Anfang 2025 amtierenden Chef Lip-Bu Tan versucht Intel, durch Kostensenkungen aus der Krise zu kommen. Tan gab unter anderem die Pläne zum Bau eines Werks in Magdeburg auf. Gleichzeitig will er Intel als Auftragsfertiger für andere Chipentwickler etablieren. Die Quartalszahlen zeigen, dass die Wende langsam greift, auch wenn der Konzern noch vor großen Herausforderungen steht.



