Das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Spanien und Frankreich hat dem ZDF eine Rekordquote beschert. Mehr als 12 Millionen Zuschauer verfolgten die Partie im Fernsehen, wie das Branchenmagazin „DWDL“ berichtete. Damit war die Begegnung die bislang erfolgreichste WM-Übertragung ohne Beteiligung der deutschen Nationalmannschaft. Der Marktanteil lag beim Gesamtpublikum bei beeindruckenden 53,1 Prozent.
Die Partie, die am Dienstagabend im ZDF ausgestrahlt wurde, verfolgten im Schnitt 12,69 Millionen Menschen. Diese Zahl unterstreicht das anhaltend hohe Interesse an der Weltmeisterschaft, auch nach dem frühen Ausscheiden der DFB-Elf. Zwar war die Zuschauerzahl zunächst nach dem deutschen Aus gesunken, doch insbesondere Spiele mit spanischer Beteiligung lockten wieder ein großes Publikum vor die Bildschirme. Sowohl im Ersten als auch im ZDF erzielten Partien mit Spanien in den vergangenen Wochen regelmäßig starke Reichweiten.
Besonders bemerkenswert ist der Erfolg bei den jüngeren Zuschauern. In der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen schalteten 3,83 Millionen Menschen ein, was einem Marktanteil von 65,5 Prozent entspricht. Bei den 14- bis 59-Jährigen lag der Marktanteil bei 58,6 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass das Spiel auch bei der werberelevanten Zielgruppe außergewöhnlich gut ankam. Die anschließende Spielanalyse im ZDF verfolgten mehr als fünf Millionen Zuschauer, wobei die Marktanteile in den jüngeren Altersgruppen weiterhin über 40 Prozent lagen.
Neben den Spielen der deutschen Nationalmannschaft hatte bislang nur das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft eine Reichweite von mehr als zehn Millionen Zuschauern erreicht. Die Zahlen für das Halbfinale sind umso beachtlicher, als sie noch nicht die Zuschauer umfassen, die die Partie über Streaming-Dienste wie MagentaTV oder beim Public Viewing verfolgt haben. Die tatsächliche Gesamtreichweite dürfte daher noch höher liegen.
Das Turnier geht nun in die entscheidende Phase. Am Mittwochabend steigt das zweite Halbfinale: Um 21 Uhr trifft Titelverteidiger Argentinien auf die englische Nationalmannschaft. Die Partie wird im Ersten sowie in der ARD-Mediathek übertragen. Die Erwartungen an die Einschaltquoten sind hoch, nachdem bereits die bisherigen Spiele des Turniers ein großes Publikum angezogen haben. Die WM hat damit auch ohne deutsche Beteiligung nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.
Für die öffentlich-rechtlichen Sender sind die hohen Quoten ein wichtiger Erfolg. Sie zeigen, dass Fußballgroßereignisse weiterhin zu den meistgesehenen Programminhalten im deutschen Fernsehen gehören. Die Übertragung der WM-Spiele wird von den Sendern als Gemeinschaftsaufgabe betrachtet, wobei sich ARD und ZDF die Spiele teilen. Die Rekordquote des ZDF unterstreicht die Bedeutung der Live-Übertragung von Sportereignissen für die Sender.
Die spanische Mannschaft hatte sich mit starken Leistungen ins Halbfinale gespielt und dabei auch beim deutschen Publikum Sympathien gewonnen. Frankreich hingegen galt als einer der Turnierfavoriten. Das Duell der beiden europäischen Topmannschaften versprach Spannung auf höchstem Niveau, was sich auch in den Zuschauerzahlen widerspiegelte. Die Partie endete mit einem Sieg Spaniens, der den Weg ins Finale ebnete.
Die WM in Katar hatte im Vorfeld für kontroverse Diskussionen gesorgt, unter anderem wegen der Menschenrechtslage und der Vergabepraxis. Dennoch verfolgen Millionen Menschen die Spiele im Fernsehen und im Livestream. Die hohen Einschaltquoten zeigen, dass das sportliche Ereignis für viele Zuschauer im Vordergrund steht. Die Übertragungen der öffentlich-rechtlichen Sender bieten dabei eine werbefreie und umfassende Berichterstattung, die von den Zuschauern offenbar geschätzt wird.



