Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko verspricht ein sportliches Großereignis zu werden, doch für viele Fans beginnt die Reise bereits mit bürokratischen Hürden und finanziellen Überraschungen. Wer die Spiele der deutschen Nationalmannschaft live verfolgen möchte, sollte sich frühzeitig mit den Einreisebestimmungen, dem Ticketkauf und den lokalen Gepflogenheiten vertraut machen. Die USA, einst ein Sehnsuchtsort für Reisende, präsentieren sich 2026, im Jahr ihres 250. Geburtstags, als weniger zugänglich als früher.

Die Einreise in die USA kann für Touristen zur Geduldsprobe werden. An den Flughäfen sind strenge Befragungen durch Grenzbeamte üblich, die auch die Kontrolle privater Handynachrichten umfassen können. Ein Recht auf Einreise besteht nicht – der Grenzbeamte entscheidet im Einzelfall. Ein WM-Ticket ersetzt keine Einreisegenehmigung. Notwendig sind ein mindestens sechs Monate gültiger Reisepass sowie eine gültige Esta-Genehmigung oder ein Visum. Ein hilfreicher Tipp ist die Nutzung der Mobile Passport Control (MPC)-App, mit der Reisende ihre Daten bereits vor der Ankunft übermitteln können und an speziellen Schaltern mit kürzeren Warteschlangen abgefertigt werden. Für Kanada ist eine eTA-Genehmigung erforderlich, für Mexiko reicht ein gültiger, vorzugsweise biometrischer Pass; bei Einreise auf dem Landweg wird eine Touristenkarte (FMM) benötigt.

Der Ticketkauf für die WM-Spiele gestaltet sich als ebenso anspruchsvoll. Während zu Beginn des Verkaufs noch Schnäppchen für rund 60 Euro für Vorrundenspiele verfügbar waren, sind die Preise inzwischen stark gestiegen. Aktuell müssen Interessierte mit etwa 1500 Dollar pro Ticket rechnen. Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet die Vorrunde in Houston gegen Curaçao, in Toronto gegen die Elfenbeinküste und in New York gegen Ecuador. Für die K.o.-Phase kommen Spielorte wie Boston, Philadelphia und Dallas in Frage; das Endspiel findet am 19. Juli in East Rutherford, New York, statt. Die Verbraucherzentralen warnen eindringlich vor dem Kauf von Tickets auf dem Zweitmarkt oder über soziale Netzwerke, da dort häufig gefälschte oder mehrfach verkaufte Karten angeboten werden. Offizielle Verkaufsplattformen wie bieten seit dem 22. April 2026 im Rahmen einer Last-Minute-Verkaufsphase laufend weitere Kartenkontingente an.

Neben Tickets und Einreise sollten Fans auch die Trinkgeldkultur in den USA und Kanada beachten. Trinkgelder von 20 Prozent des Rechnungsbetrags sind dort üblich und gehören zum festen Einkommensbestandteil des Servicepersonals. Auf Kartenlesegeräten werden oft sogar 40 Prozent als Option angeboten, weshalb genaues Hinsehen ratsam ist. Auch beim Kauf von Fanartikeln ist Vorsicht geboten: Plagiate, die mit Begriffen wie „authentic“ oder „Player Version“ werben, können nicht nur minderwertige Qualität und Schadstoffe enthalten, sondern auch Probleme mit dem Zoll verursachen. Unrealistisch hohe Rabatte und fehlende Impressumsangaben sind Warnsignale für Fakeshops.

Ein Lichtblick für Reisende ist die derzeitige Situation auf dem Unterkunftsmarkt. Wenige Wochen vor Turnierbeginn berichten Hotelbetreiber in den US-Austragungsstädten kaum von einem Ansturm durch Fußballfans. Der Branchenverband AHLA spricht teils sogar von einem „Nicht-Event“. Dies liegt vermutlich auch daran, dass die Zahl der Touristen aus Deutschland um bis zu 20 Prozent eingebrochen ist. Dadurch könnten sich für Besucher günstige Übernachtungsmöglichkeiten ergeben. Insgesamt erfordert die WM 2026 eine sorgfältige Vorbereitung, um die Reise trotz der genannten Herausforderungen genießen zu können.

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Guldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.