Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko rückt näher, doch für viele Fans aus Deutschland ist die Reise ins Gastgeberland mit zahlreichen Hürden verbunden. Von strengen Einreisekontrollen über teure Tickets bis hin zur ungewohnten Trinkgeldkultur – wer die deutsche Nationalmannschaft vor Ort unterstützen möchte, sollte sich frühzeitig informieren. Denn die USA sind nicht mehr das unbeschwerte Traumziel, das sie einmal waren.

Bereits bei der Einreise können Reisende auf unangenehme Überraschungen stoßen. An den Flughäfen sind Befragungen durch Grenzbeamte üblich, bei denen auch private Handynachrichten überprüft werden dürfen. Zwar kommen die allermeisten Besucher ohne größere Probleme ins Land, doch das Prozedere ist oft langwierig und nervenaufreibend. Ein Recht auf Einreise besteht nicht – allein der Grenzbeamte entscheidet. Auch ein WM-Ticket ersetzt keine Einreisegenehmigung. Notwendig sind ein mindestens sechs Monate gültiger Reisepass sowie eine gültige Esta-Genehmigung oder ein Visum. Eine Erleichterung bietet die Mobile Passport Control (MPC)-App, mit der man seine Einreise bereits bei der Ankunft anmelden kann. An vielen großen Airports gibt es spezielle MPC-Schalter mit kürzeren Warteschlangen.

Für Kanada und Mexiko gelten andere Regeln: Für Kanada wird eine eTA-Einreiseerlaubnis benötigt, die bis zu 72 Stunden vor Ankunft beantragt werden sollte. Nach Mexiko reist man mit einem gültigen, am besten biometrischen Pass ein; bei Einreise auf dem Landweg ist zusätzlich eine Touristenkarte (FMM) auszufüllen.

Noch schwieriger als die Einreise gestaltet sich die Beschaffung von WM-Tickets. Die Preise sind inzwischen drastisch gestiegen. Während zu Beginn des Kartenverkaufs noch Schnäppchen für 60 Euro für Vorrundenspiele gegen Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador erhältlich waren, gingen davon nur 1600 Tickets über den Tresen. Wer jetzt noch Karten sucht, muss tief in die Tasche greifen. Derzeit werden auf der offiziellen Fifa-Plattform „ im Rahmen der „Last-Minute-Verkaufsphase“ bis zum Endspiel am 19. Juli laufend weitere Tickets für alle 104 Spiele angeboten. Die Preise orientieren sich an der Nachfrage und liegen derzeit bei rund 1500 Dollar pro Ticket – und das gilt noch als günstig.

Die Verbraucherzentralen warnen eindringlich vor dem Kauf von Tickets auf dem Zweitmarkt oder über soziale Netzwerke. Dort werden häufig gefälschte oder mehrfach verkaufte Karten angeboten, oft zu stark überhöhten Preisen. Besonders riskant sind Zahlungsmethoden wie Überweisung oder PayPal „Freunde und Familie“. Offizielle Verkaufsplattformen oder autorisierte Anbieter sind die einzig sichere Quelle.

Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet die Vorrunde in Houston gegen Curaçao, in Toronto gegen die Elfenbeinküste und in New York gegen Ecuador. Sollte die Mannschaft die K.-o.-Phase erreichen, könnten weitere Spiele in Boston, Philadelphia und Dallas stattfinden. Das Endspiel wird erneut im MetLife Stadium in East Rutherford, New York, ausgetragen.

Ein weiteres Risiko bei der Einreise sind gefälschte Fan- und Sportartikel. Wer Plagiate bestellt, die mit Begriffen wie „authentic“ oder „Player Version“ werben, riskiert nicht nur schlechte Qualität und Schadstoffe in den Textilien, sondern unter Umständen auch Probleme mit dem Zoll. Unrealistisch hohe Rabatte, fehlende Impressumsangaben oder unbekannte Internetseiten sind Warnsignale. Manche Fakeshops liefern überhaupt keine Ware.

Gewöhnungsbedürftig ist für viele deutsche Fans die Trinkgeldkultur in den USA und teilweise auch in Kanada. 20 Prozent der Rechnung sind dort üblich, da Trinkgelder zum festen Einkommensbestandteil des Servicepersonals gehören. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Reisende diese Erwartung erfüllen. Bei den Trinkgeldoptionen auf dem Kartenlesegerät lohnt es sich, genau hinzuschauen, denn selbst 40 Prozent werden dort manchmal zur Auswahl gestellt.

Positiv überrascht sein könnten Fans dagegen bei der Unterkunftssuche. Wenige Wochen vor Turnierstart merken die Hotelbetreiber in den US-Austragungsstädten kaum etwas von einem Ansturm durch Fußballfans. In der Branche war teils sogar von einem „Nicht-Event“ die Rede, wie es beim Branchenverband AHLA heißt. Vermutlich dürfte die gute Verfügbarkeit auch damit zu tun haben, dass derzeit wenige Touristen in die USA kommen. Allein aus Deutschland sind die US-Reisen um bis zu 20 Prozent eingebrochen. Deshalb könnte zumindest bei der Unterbringung ein Schnäppchen zu finden sein.