Werder Bremen hat die Vorbereitung auf die kommende Bundesliga-Saison aufgenommen. Nachdem die Mannschaft in der vergangenen Spielzeit nur knapp den Abstieg vermieden hatte, herrscht beim Club aus dem Norden eine Mischung aus Vorsicht und Optimismus. Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz äußerte sich am Rande des Trainingsauftakts zurückhaltend zu den Zielen für die neue Saison, machte aber deutlich, dass die Arbeit in der Sommerpause intensiv genutzt wurde.

«Ich glaube, wir haben alle in der vergangenen Saison gelitten. Wir haben uns das natürlich alle auch anders vorgestellt», sagte Fritz. Die Sommerpause sei genutzt worden, um die vergangene Spielzeit aufzuarbeiten. Nun solle nach vorne geschaut werden, betonte der 44-Jährige. «Aber trotz allem wissen wir, woher wir kommen.» Diese Aussage unterstreicht die Demut, mit der der Verein in die neue Saison geht, nachdem man in der Vorsaison lange um den Klassenerhalt zittern musste.

Anders als vor der vergangenen Spielzeit ist der Bundesliga-15. bei der Kaderbildung diesmal schon weiter. «Für uns war es wichtig, den ein oder anderen schon frühzeitig zu fixieren», sagte Fritz. Gleichzeitig räumte er ein: «Ich muss auch ehrlicherweise sagen, dass der Markt auch verrückt ist, bei den Summen, die da sind.» Diese Aussage spiegelt die Herausforderungen wider, vor denen kleinere Bundesliga-Vereine wie Werder Bremen auf dem Transfermarkt stehen.

Bereits vier neue Spieler absolvierten die erste Trainingseinheit unter Trainer Daniel Thioune. Dazu zählen Innenverteidiger Oskar Wojcik (zuletzt KS Cracovia), die Mittelfeldspieler Chuki (Real Valladolid) und Dariusz Stalmach (1. FC Magdeburg) sowie Stürmer Kenny Quetant (AC Le Havre). Zudem hat der österreichische WM-Torhüter Alexander Schlager (bislang RB Salzburg) in Bremen unterschrieben. Er wird mit dem zuvor nur ausgeliehenen und nun fest vom FC Arsenal verpflichteten Karl Hein aus Estland um die Nachfolge des zum SC Freiburg gewechselten Mio Backhaus als Nummer eins kämpfen. Auch der Schweizer WM-Stürmer Cedric Itten (Fortuna Düsseldorf) steht als weiterer Zugang fest.

Beim Start in die Vorbereitung fehlten noch die WM-Fahrer Schlager, Romano Schmid, Marco Friedl und Itten. Letzterer war am Abend zuvor mit den Schweizern im WM-Viertelfinale an Argentinien gescheitert. Dass sich im Kader noch etwas tun wird, bestätigte Fritz. In welche Form und wie intensiv, mochte er aber noch nicht voraussagen. Vieles hängt davon ab, ob noch Spieler den Verein verlassen werden. Anfragen gebe es, so der Werder-Manager. Zu den interessantesten Profis zählen Stürmer Justin Njinmah und Mittelfeldspieler Jens Stage. «Es ist auch immer so, dass wir auf Transfereinnahmen angewiesen sind», betonte Fritz.

Die kommenden Wochen werden für die Bremer Spieler intensiv. Das erste Testspiel bestreitet die Mannschaft am kommenden Samstag (15.00 Uhr) beim Oberligisten FC Verden 04. Zwei Tage später geht es ins erste Trainingslager nach Zell im Zillertal. Dort bleibt die Mannschaft bis zum 26. Juli und bestreitet in dieser Zeit zwei Tests gegen den japanischen Erstligisten Fagiano Okayama (22. Juli, 17:30 Uhr) und den Zweitligisten VfL Bochum (25. Juli, 13 Uhr). Weitere Partien vor dem Saisonstart sind am 1. August (15.00 Uhr) bei Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus und am 8. August (14.00 und 16.00 Uhr) in Oyten gegen Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn vorgesehen.

Nach einem zweiten Trainingslager in Harsewinkel (10. bis 14. August) steht am 15. August die Saisoneröffnung im Weserstadion mit einem Spiel gegen den französischen Erstligisten AJ Auxerre an. Das erste Pflichtspiel ist am 22. August (15.30 Uhr/Sky) im DFB-Pokal gegen den Lüneburger SK am Hamburger Millerntor. Das erste Bundesliga-Spiel der Bremer ist am letzten August-Wochenende beim SC Freiburg. Die Vorbereitung ist also straff getaktet, und die Mannschaft wird in den kommenden Wochen intensiv gefordert sein, um sich für die neue Saison zu rüsten.

Die zurückhaltenden Äußerungen von Fritz sind vor dem Hintergrund der vergangenen Saison verständlich. Werder Bremen hatte lange um den Klassenerhalt gekämpft und sich erst am letzten Spieltag gerettet. Die Fans und die Verantwortlichen hoffen nun auf eine stabilere Saison, in der der Abstiegskampf möglichst früh vermieden werden kann. Die frühzeitigen Verpflichtungen und die intensive Vorbereitung sollen dazu beitragen, dass die Mannschaft von Beginn an konkurrenzfähig ist.