Der VfB Stuttgart hat in seinem Testspiel gegen den französischen Erstligisten FC Paris ein 2:2-Unentschieden erreicht und kurz vor dem Ende einen Sieg noch aus der Hand gegeben. In einer Partie über zweimal 45 Minuten plus 15 Minuten Extra-Zeit führte der Fußball-Bundesligist lange mit 2:0, musste sich am Ende aber mit einem Remis begnügen. Der Gegner aus Paris erwies sich dabei als ernstzunehmender Prüfstein in der Saisonvorbereitung.

Lazar Jovanovic brachte die Stuttgarter in der 15. Minute in Führung, Dan-Axel Zagadou erhöhte in der 54. Minute auf 2:0. Damit schien die Partie früh entschieden. In der Schlussphase schlug der FC Paris jedoch zurück: Luca Koleosho traf mit einem Doppelpack in der 71. Minute und in der letzten Minute vor dem Abpfiff zum 2:2-Endstand. Besonders der späte Ausgleich sorgte bei den Stuttgartern für Frust, gleichwohl überwog die Erkenntnis, einen starken Gegner gefordert zu haben.

«Zum Schluss war es ärgerlich, aber trotzdem ein sehr guter Test gegen eine Mannschaft auf sehr hohem Niveau», resümierte VfB-Vorstand Fabian Wohlgemuth. Der Champions-League-Teilnehmer aus Stuttgart hatte zuvor in seinen ersten Testspielen jeweils deutliche Siege gegen unterklassige Gegner gefeiert. Gegen den Pariser Klub mit einem eingespielten und individuell starken Kader zeigte die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß über weite Strecken eine ansprechende Leistung und kontrollierte das Geschehen.

Der Erfolg hätte dabei durchaus höher ausfallen können. Unter anderem vergab Maximilian Mittelstädt nach gut einer halben Stunde einen Foulelfmeter. Der frühere Frankfurter Torwart Kevin Trapp im Tor des FC Paris parierte den Versuch und verhinderte so eine noch höhere Stuttgarter Führung. Das Spiel gegen den Erstligisten war damit der bislang anspruchsvollste Test in der Vorbereitung. Auch in der Folge blieben einige aussichtsreiche Gelegenheiten ungenutzt, sodass das Ergebnis am Ende knapper ausfiel als der Spielverlauf es vielleicht verdient hätte. Durch das Remis bleibt der VfB in der Vorbereitung weiterhin ungeschlagen.

Am Montag bezieht der VfB Stuttgart ein Trainingslager in Grassau am Chiemsee. In Bayern will sich das Team weiter auf die anspruchsvolle Saison vorbereiten, die für den schwäbischen Klub nach der Qualifikation für die Champions League eine besondere Herausforderung darstellt. Schon am Freitag hatten sich die deutschen WM-Fahrer Angelo Stiller, Jamie Leweling und Deniz Undav sowie Ermedin Demirovic aus Bosnien-Herzegowina und Jeremy Arévalo aus Ecuador nach ihren Länderspielreisen zu Leistungstests in Stuttgart eingefunden.

Im Trainingslager werden zudem Bilal El Khannouss aus Marokko und Luca Jaquez aus der Schweiz zurückerwartet. Beide hatten nach ihren Verpflichtungen mit den Nationalmannschaften zusätzliche Erholungszeit erhalten. Mit dem dann nahezu vollständigen Kader kann Sebastian Hoeneß die weiteren Einheiten gezielt gestalten und die Abläufe für den Saisonstart schärfen. Die Generalprobe gegen einen Erstligisten dürfte dem Team dabei wichtige Erkenntnisse geliefert haben.