Hoffenheim verliert zum Europa-League-Auftakt 0:2 bei OFI Kreta
Die TSG Hoffenheim startet mit einer 0:2-Niederlage bei OFI Kreta in die Europa League. Aitor Cantalapiedra und Georgios Kanellopoulos treffen für den Außenseiter, Hoffenheim bleibt trotz Überlegenheit harmlos.
Die TSG Hoffenheim ist mit einer überraschenden 0:2-Niederlage bei OFI Kreta in die Europa League gestartet. Beim Außenseiter auf der griechischen Urlaubsinsel kassierte das Team von Trainer Christian Ilzer am ersten von acht Gruppenspieltagen eine verdiente Pleite. Vor gut 20.000 Zuschauern in Heraklion trafen Aitor Cantalapiedra in der 30. Minute und der eingewechselte Georgios Kanellopoulos in der 84. Minute für die Gastgeber.
Die Niederlage wiegt für Hoffenheim besonders schwer, weil OFI Kreta im Vorfeld nicht zu den stärksten Gegnern der Gruppe gezählt wurde. Zwar hatte Kreta am vergangenen Wochenende in Piräus gewonnen und in der vergangenen Saison den griechischen Pokal sowie den Supercup gegen Champions-League-Teilnehmer AEK Athen geholt, doch die TSG ging als klarer Favorit in die Partie. Entsprechend ernüchternd fiel das Fazit aus: Nach einem lethargischen Auftritt muss der Bundesligist einen herben Rückschlag hinnehmen.
Dabei war Hoffenheim eigentlich mit breiter Brust angereist. In der Bundesliga hatte die Mannschaft zuletzt gegen Königsklassen-Teams wie Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart überzeugt. Auf internationaler Bühne zeigte sie dagegen eine ganz schwache Leistung. Der Club hatte die Rückkehr nach Europa herbeigesehnt und dabei im Mai auch schnell verdrängt, dass sogar die Qualifikation für die Champions League greifbar gewesen war.
Die Partie begann zunächst nach Plan. Hoffenheim hatte wie erwartet mehr vom Spiel und dominierte früh den Ball. Nach 15 Minuten bot sich Verteidiger Ozan Kabak die erste große Chance, doch Torhüter Nikos Christogeorgos parierte seinen Kopfball. Patrick Wimmer, der wie Youngster Nathan de Cat in die Startelf rotierte, hatte zuvor geflankt. Nicht zur Startformation gehörte Bambasé Conté, der von Bundestrainer Jürgen Klopp für die DFB-Elf nominiert worden war.
In der 30. Minute dann der Schock: Weil Albian Hajdari sich von Kenan Kodro übertölpeln ließ, konnte der Angreifer unbedrängt auf Aitor querlegen, der zum 1:0 einschob. Torwart Oliver Baumann, der in den ersten 30 Minuten wenig zu tun hatte, war machtlos. Baumann war nicht Teil des deutschen XXL-Aufgebots von mehr als 40 Spielern; unter Julian Nagelsmann hatte er noch bis kurz vor der WM als deutsche Nummer eins gegolten.
Nach der Pause drängte Hoffenheim auf den Ausgleich. Ilzer brachte zur Halbzeit Innenverteidiger Koki Machida und legte nach einer Stunde mit Conté und Routinier Andrej Kramaric nach. Im jungen Adam Daghim und Fisnik Asllani kamen weitere Offensivspieler. Die TSG schnürte den Gegner in dessen Hälfte und teilweise im eigenen Strafraum ein, doch wirklich zwingend wurde es kaum. Stattdessen hätte Taxiarchis Fountas in der 53. Minute nach präziser Hereingabe beinahe das 2:0 für den Außenseiter erzielt.
In der Schlussphase machte Joker Kanellopoulos dann alles klar. Für Hoffenheim bleibt die Erkenntnis, dass die Gruppe anspruchsvoll bleibt. Geschäftsführer Andreas Schicker hatte vor der Partie gewarnt: «Zu weit wollen wir nicht nach vorne schauen. Kreta wird auch ein hartes Stück Arbeit.» Diese Warnung erwies sich als berechtigt.
Auf die TSG warten in dieser Saison noch Reisen nach London zu Crystal Palace, nach Brüssel zum RSC Anderlecht sowie ein weiteres Gastspiel in Griechenland gegen Olympiakos Piräus. Der Fehlstart auf Kreta setzt die Mannschaft früh unter Druck, soll der Einzug in die nächste Runde nicht schon vorzeitig in Gefahr geraten.
