US-Präsident Donald Trump hat ein neues Sparprogramm für Neugeborene vorgestellt, das als „Trump Accounts“ bezeichnet wird. Mit einem Startguthaben von 1.000 Dollar sollen Kinder in den USA langfristig Vermögen aufbauen können. Trump versprach, dass die Kinder bei anhaltend guter Entwicklung des Aktienmarktes „sehr reich“ werden könnten. „Sie werden Hunderttausende von Dollar haben“, sagte er beim offiziellen Start des Programms. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund einer hohen Inflation, die viele Amerikaner belastet, und eines anhaltenden militärischen Konflikts mit dem Iran.
Die steuerbegünstigten Anlagen sollen in Indexfonds investiert werden und mindestens bis zum 18. Lebensjahr der Kinder gesperrt bleiben. Der Plan war bereits im vergangenen Sommer im Rahmen von Trumps Steuergesetz angekündigt worden. Neue Dynamik erhielt das Programm im Dezember, als der PC-Unternehmer Michael Dell und seine Frau Susan ankündigten, 6,25 Milliarden Dollar zu spenden. Mit dieser Spende sollen auch ältere Kinder in den Genuss der „Trump Accounts“ kommen können.
Das Programm ist jedoch nicht unumstritten. Viele Bürger kritisieren, dass die hohe Inflation, die unter anderem auf den von Trump begonnenen Iran-Krieg zurückgeführt wird, die Kaufkraft der Familien stark beeinträchtigt. Laut einer Umfrage der Zeitung „Financial Times“ sehen 58 Prozent der registrierten US-Wähler den Krieg als unverhältnismäßig an, gemessen an den hohen Kosten. Die offiziellen Kosten des Konflikts werden auf rund 67 Milliarden Dollar geschätzt. Nach einer Waffenruhe im Juni werden derzeit Details über die Schiffspassage durch die Straße von Hormus und Beschränkungen für Irans Atomprogramm verhandelt.
Parallel zu den innenpolitischen Entwicklungen sorgt Trump auch international für Spannungen. Vor dem Nato-Gipfel in Ankara, der am Dienstag und Mittwoch stattfindet, gibt es neuen Streit um Grönland. Ein hochrangiger US-Beamter erklärte, dass eine Übernahme Grönlands durch die USA derzeit als „einzige Lösung“ angesehen werde, um Sicherheitsrisiken in der Arktis zu begegnen. Die Ansprüche Trumps auf die zum Königreich Dänemark gehörende Insel hatten bereits zu Jahresbeginn zu heftigen Spannungen zwischen europäischen Nato-Partnern und den USA geführt. Die Allianz hatte unter anderem versprochen, ihre Militärpräsenz im Nordatlantik zu erhöhen.
Ein weiterer Streitpunkt ist das Verhältnis zu Italien. Trump stellte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auf Social Media als Stalkerin dar, was in Italien für Empörung sorgte. Trump scherzte, es sei eine einstweilige Verfügung nötig. Auch die deutschen Verteidigungsausgaben sind Thema. Bundeskanzler Friedrich Merz hat vor dem Nato-Gipfel mit Trump telefoniert und ihm die Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben erläutert. Merz stellte klar, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben innerhalb von vier Jahren verdoppele. „Das ist die größte Kraftanstrengung, die wir jemals gemacht haben, um unsere Verteidigungsfähigkeit zu stärken“, sagte Merz. Er werde dies beim Nato-Gipfel in Ankara „auch in aller Bescheidenheit zum Ausdruck bringen“.
Die Umfrage der „Financial Times“ zeigt zudem, dass 53 Prozent der registrierten US-Wähler einen Verbleib der USA in der Nato befürworten. Trump hatte mehrfach mit dem Austritt aus dem Bündnis gedroht. In Albanien weiten sich derweil die Proteste gegen ein geplantes Luxus-Bauprojekt von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner aus. Zehntausende Menschen forderten am Samstag neben dem Stopp des Projekts auch den Rücktritt der Regierung. Die Demonstrantin Alketa Ademi sagte bei der Kundgebung in Tirana: „Was als ‚Flamingo-Revolution‘ angefangen hat, entwickelt sich zu einer breiten Unzufriedenheit in der Bevölkerung.“



