Die diesjährige Tour de France wird als eine der anspruchsvollsten der jüngeren Geschichte in die Bücher eingehen. Am 4. Juli 2026 fällt in Barcelona der Startschuss zur 113. Auflage der Frankreich-Rundfahrt, und bereits die erste Etappe sorgt für eine Premiere: Erstmals seit 55 Jahren eröffnet ein Mannschaftszeitfahren die Tour. Der Grand Départ findet in der katalanischen Metropole statt, ehe das Peloton nach drei Tagen über die Pyrenäen nach Frankreich zieht. Insgesamt stehen 3333 Kilometer und rund 54.450 Höhenmeter auf dem Programm, verteilt auf 21 Etappen. Das Finale wird am 26. Juli traditionell auf den Champs-Élysées in Paris ausgetragen.
Der Etappenplan umfasst sieben Flachetappen, vier hügelige Abschnitte und acht Bergetappen mit fünf Bergankünften. Hinzu kommen ein Mannschaftszeitfahren und ein Einzelzeitfahren sowie zwei Ruhetage. Das Auftaktzeitfahren führt die Teams über 19,6 Kilometer durch Barcelona, vorbei an der Sagrada Família, und endet mit einem Anstieg zum Montjuïc. Am zweiten Tag folgt eine 168,5 Kilometer lange Etappe von Tarragona nach Barcelona, bei der der Schlussanstieg zum Montjuïc Castle gleich dreimal bewältigt werden muss. Die dritte Etappe führt von Granollers nach Les Angles und ist die erste Gebirgsetappe der Rundfahrt.
Zu den sportlichen Höhepunkten zählt zweifellos das Finale in den Alpen. Die Fahrer müssen den legendären Anstieg nach Alpe d'Huez an zwei aufeinanderfolgenden Tagen bewältigen. Besonders anspruchsvoll wird die 20. Etappe, die von Le Bourg d'Oisans nach Alpe d'Huez führt. Auf dieser 170,9 Kilometer langen Strecke stehen zusätzlich der Col du Télégraphe, der 2642 Meter hohe Col du Galibier sowie der Col de Sarenne auf dem Programm. Insgesamt müssen die Fahrer hier rund 5600 Höhenmeter überwinden. Die 19. Etappe von Gap nach Alpe d'Huez ist mit 127,9 Kilometern kürzer, aber ebenfalls extrem fordernd.
Die zwölfte Etappe bietet eine besondere Kuriosität: Sie startet auf dem ehemaligen Formel-1-Kurs von Circuit Nevers Magny-Cours und führt über 179,1 Kilometer nach Chalon-sur-Saône. Das Finale in Paris lehnt am Rundkurs der Olympischen Spiele 2024 an und führt die Radsportler neben den Champs-Élysées auch über den Montmartre. Die 133 Kilometer lange Schlussetappe beginnt in Thoiry und endet auf der Prachtstraße in der französischen Hauptstadt.
Die deutschen Radsportfans haben die Wahl zwischen zwei frei empfangbaren Sendern. ARD und Eurosport berichten umfangreich von der Frankreich-Rundfahrt. Im Ersten ist die Tour täglich zu sehen, wochentags ab 14.10 Uhr, am Wochenende mit wechselnden Anfangszeiten. Darüber hinaus gibt es die Rundfahrt live in der ARD Mediathek und auf im Livestream. Jede Etappe wird laut ARD-Angaben auch im Audiostream von Beginn an begleitet. Eurosport sendet von den 21 Etappen insgesamt rund 100 Stunden live. Nach den Etappen gibt es eine halbstündige Analyse-Show namens «Velo Club», live aus dem Münchner Studio. Auch auf den Plattformen HBO Max und discovery+ sind alle Etappen in voller Länge zu sehen. Dort werden zusätzliche Feeds von den Helikopter- und Motorradkameras angeboten sowie ein Multi-View-Feature, bei dem Zuschauer zwischen mehreren Kameraperspektiven hin- und herspringen können.
Die Streckenführung der diesjährigen Tour de France verspricht ein Rennen voller Spannung und Dramatik. Mit zwei Alpe-d'Huez-Etappen, einem Mannschaftszeitfahren zum Auftakt und einem Einzelzeitfahren in der dritten Woche sind alle Zutaten für ein packendes Duell um das Gelbe Trikot gegeben. Die Fahrer müssen nicht nur ihre Kletterqualitäten unter Beweis stellen, sondern auch im Kampf gegen die Uhr bestehen. Die beiden Ruhetage im Cantal und in der Haute-Savoie bieten den Athleten eine kurze Verschnaufpause, bevor es in die entscheidenden Alpenetappen geht. Die Tour de France 2026 könnte damit zur härtesten der letzten Jahre werden.



