Spanien hat die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gewonnen. Der amtierende Europameister setzte sich im Finale gegen Titelverteidiger Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung durch und sicherte sich damit den zweiten WM-Titel nach 2010. Das Endspiel fand im MetLife Stadium in East Rutherford im US-Bundesstaat New Jersey statt.

Die Entscheidung fiel erst in der Verlängerung. Nach 120 Minuten stand der 1:0-Sieg der Spanier fest, die damit ihre starke Turnierleistung krönten. Für Argentinien, das 2022 in Katar noch Weltmeister geworden war, blieb der zweite Platz. Nach dem Abpfiff überreichten US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino gemeinsam den Pokal an Spaniens Kapitän Rodri.

Die Übergabe war von lauten Buhrufen begleitet. Bereits als Trump auf den Stadionbildschirmen erschien, waren Pfiffe aus dem Publikum zu hören. Auch als Trump und Infantino nach Spielende den Rasen für die Siegerehrung betraten, ertönten erneut Buhrufe. Trump, der erstmals ein Spiel dieser WM besuchte, schien das Finale dennoch zu genießen. Der 80-jährige Republikaner sprach nach der Partie kurz mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum und dem kanadischen Premierminister Mark Carney.

Die Beziehungen Trumps zu diesen Ländern sind angespannt. Erst kurz vor dem Finale hatte Trump Kanada mit neuen Zöllen gedroht, weil Rauch von kanadischen Waldbränden in den Nordosten der USA gezogen war. Die rauchige Luft hatte zwischenzeitlich Zweifel an der Austragung des Endspiels aufkommen lassen, verzog sich jedoch rechtzeitig.

Das Finale war auch wegen seiner außergewöhnlichen Halbzeitshow in Erinnerung geblieben. Nach der ersten Halbzeit traten unter anderem Madonna, Shakira, Justin Bieber und die K-Pop-Band BTS auf. Musiker aus den USA, Venezuela und dem Iran spielten unter der Leitung von Star-Dirigent Gustavo Dudamel eine Version von „Seven Nation Army“. Zudem waren Schauspieler der beliebten Fußball-Serie „Ted Lasso“ zu sehen. Zum Abschluss schlossen sich Figuren aus der Sesamstraße und den Muppets der Band Coldplay und einem Grundschulchor an. Mit diesem Auftritt sollte Geld für den FIFA Global Citizen Education Fund gesammelt werden, eine Stiftung, die Kindern weltweit Zugang zu Bildung und Fußball ermöglichen will.

Die Halbzeitpause dauerte aufgrund der vielen Auftritte 27 Minuten. Normalerweise stehen Fußballern zwischen den Hälften 15 Minuten Pause zu. Viele Zuschauer fühlten sich an die spektakulären Halbzeitshows des Super Bowl erinnert, des Finales der US-Football-Liga NFL. Bereits vor dem Anpfiff hatte es eine Abschlusszeremonie gegeben, bei der Popstar Robbie Williams und die US-Sängerin Jennifer Hudson auftraten. Die Worte von Hollywoodlegende Tom Cruise gingen weitgehend im Fangesang unter.

In einer vorläufigen Bilanz hatte Trump die WM am Freitag als das „erfolgreichste Sportereignis überhaupt, vielleicht sogar in der Geschichte der Erde“ bezeichnet. Auch FIFA-Chef Infantino sagte, das Turnier habe „alle Erwartungen übertroffen“. Die Weltmeisterschaft war jedoch auch von Kontroversen geprägt. Kritik gab es unter anderem an den hohen Eintrittspreisen, der Einreiseverweigerung für einen somalischen Schiedsrichter, dem Umgang mit der iranischen Mannschaft und diversen Schiedsrichterentscheidungen.

Der größte Skandal der WM betraf Trump selbst. In einem Telefonat forderte er Infantino auf, die Spielsperre für den US-Fußballer Folarin Balogun nach einer roten Karte zu überprüfen. Die FIFA erteilte Balogun daraufhin die Spielgenehmigung für das Achtelfinalmatch gegen Belgien, das die USA jedoch mit 1:4 verloren. Trotz der Kontroversen bleibt der sportliche Erfolg Spaniens die zentrale Nachricht dieses Turniers.