Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kann auch nach dem vorzeitigen Aus der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 auf die Erfahrung von Rudi Völler bauen. Der 66-jährige Sportdirektor hat sich nach intensiven Gesprächen mit den Verantwortlichen sowie dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp dazu entschlossen, seinen Vertrag bis zur Europameisterschaft 2028 zu erfüllen. Damit bleibt Völler dem DFB auch dann erhalten, wenn Klopp das Amt des Bundestrainers übernimmt, wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten.
Völler selbst signalisierte, dass er aktiv zum Wiederaufbau der Nationalmannschaft beitragen will, nachdem die Mannschaft bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko erneut früh gescheitert war. Der frühere Weltmeister und langjährige Nationalspieler gilt als wichtige Integrationsfigur im deutschen Fußball und soll die Neuausrichtung der sportlichen Strukturen vorantreiben. Sein Verbleib wird intern als Zeichen der Kontinuität gewertet, während der DFB nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann einen neuen Cheftrainer sucht.
Nagelsmann, der die Mannschaft erst vor gut zwei Jahren übernommen hatte, war nach dem WM-Aus zurückgetreten. Völler würdigte den 38-Jährigen als «Glücksfall» für den deutschen Fußball und bedankte sich für dessen Engagement. Nun liegt der Fokus auf der Nachfolge: Jürgen Klopp, derzeit ohne Verein nach seinem Abschied vom FC Liverpool, gilt als aussichtsreichster Kandidat für den Bundestrainerposten. Völler und Klopp verbindet eine langjährige Zusammenarbeit, und der Sportdirektor betonte, dass er sich auf eine mögliche gemeinsame Zukunft freue.
Die Entscheidung Völlers, im Amt zu bleiben, kommt nicht überraschend, aber sie gibt dem DFB Planungssicherheit. Der 66-Jährige hatte bereits vor der WM signalisiert, dass er sich langfristig binden wolle, und nun bestätigt er diesen Kurs. Seine Aufgaben umfassen die strategische Ausrichtung der Nationalmannschaften, die Talentförderung und die Zusammenarbeit mit den Vereinen. Völler selbst sieht seine Rolle als Vermittler zwischen den verschiedenen Ebenen des Verbands und als Ansprechpartner für die Spieler und Trainer.
Der DFB steht nach dem erneuten WM-Fiasko vor einem tiefgreifenden Umbruch. Die Mannschaft war in der Vorrunde gescheitert, was zu heftiger Kritik an der sportlichen Führung führte. Völler räumte ein, dass die Enttäuschung groß sei, betonte aber, dass man aus den Fehlern lernen müsse. «Wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen und die Weichen für die Zukunft stellen», sagte er in einer internen Mitteilung. Der Verband plant, die Nachwuchsarbeit zu intensivieren und die Nationalmannschaft wieder an die Weltspitze heranzuführen.
Neben der Trainerfrage beschäftigt den DFB auch die Aufarbeitung des WM-Aus. Der Verband hatte bereits angekündigt, eine Analyse der sportlichen Defizite durchzuführen. Völler wird dabei eine zentrale Rolle spielen, da er als Sportdirektor die Verantwortung für die Kaderplanung und die sportliche Entwicklung trägt. Seine Erfahrung aus mehr als zwei Jahrzehnten im Profifußball, sowohl als Spieler als auch als Funktionär, soll helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Die Personalie Völler ist auch ein Signal an die Fans und die Fußballöffentlichkeit. Der 66-Jährige genießt hohes Ansehen, nicht zuletzt wegen seiner Erfolge als Spieler und seiner ruhigen, aber bestimmten Art. Sein Verbleib könnte dazu beitragen, das Vertrauen in die Arbeit des DFB zu stärken, das nach dem WM-Desaster gelitten hat. Völler selbst zeigte sich kämpferisch: «Ich bin überzeugt, dass wir wieder eine starke Mannschaft formen können. Dafür werde ich mich mit aller Kraft einsetzen.»
Die Europameisterschaft 2028, die in Deutschland stattfinden wird, ist das nächste große Ziel. Bis dahin will der DFB nicht nur einen neuen Bundestrainer präsentieren, sondern auch die Strukturen reformieren. Völler soll diesen Prozess begleiten und sicherstellen, dass die Nationalmannschaft rechtzeitig in Form kommt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Weichenstellungen des Verbands greifen und ob die Mannschaft an die glorreichen Zeiten anknüpfen kann.



