Die Fußballweltmeisterschaft 2026 hat ihren ersten Co-Gastgeber verloren: Kanada ist im Achtelfinale gegen Marokko mit 0:2 ausgeschieden. Vor 70.000 Zuschauern im NRG Stadium in Houston erzielten Azzedine Ounahi und Soufiane Rahimi die Treffer für die Nordafrikaner, die damit souverän ins Viertelfinale einzogen. Für Kanada, das erstmals in seiner Geschichte ein WM-Achtelfinale erreicht hatte, endete der Traum von einer noch tieferen Heimreise vorzeitig.
Die Partie begann ausgeglichen, doch Marokko zeigte sich effizienter. Bereits in der 23. Minute nutzte Ounahi eine Unaufmerksamkeit in der kanadischen Abwehr und schoss zur Führung ein. Kanada bemühte sich um den Ausgleich, fand aber gegen die gut organisierte marokkanische Defensive kaum Lücken. In der zweiten Halbzeit erhöhte Rahimi nach einem schnellen Konter auf 2:0, was die Entscheidung bedeutete. Marokko, das bereits bei der WM 2022 in Katar mit einem vierten Platz überrascht hatte, bestätigte damit seine Rolle als Geheimfavorit.
Kanadas Trainer zeigte sich nach der Niederlage dennoch stolz auf sein Team. Er sprach von einer «unglaublichen Leistung», dass seine Mannschaft überhaupt bis ins Achtelfinale vorgedrungen sei. «Wir haben gegen einen starken Gegner gekämpft und uns gut präsentiert. Das Turnier war ein großer Erfolg für den kanadischen Fußball», sagte er. Die Mannschaft hatte in der Gruppenphase überzeugt und unter anderem einen Sieg gegen einen europäischen Topfavoriten gefeiert. Die Enttäuschung über das Aus war den Spielern dennoch anzusehen, einige von ihnen verließen unter Tränen den Rasen.
Die Stimmung im Stadion war trotz der Niederlage bemerkenswert. Kanadische Fans hatten in großer Zahl die Reise nach Houston angetreten, obwohl das Spiel nicht im eigenen Land stattfand. Vor dem Anpfiff wurde die kanadische Nationalhymne mit großer Inbrunst gesungen, wie Videoaufnahmen zeigen. Die Unterstützung der Fans trug dazu bei, dass die Partie trotz des «Auswärtsspiels» für Kanada eine besondere Atmosphäre hatte. Auch Eishockey-Legende Wayne Gretzky verfolgte das Spiel live von der Tribüne aus, um den Kanadiern die Daumen zu drücken – doch auch seine Anwesenheit konnte die Niederlage nicht abwenden.
Für Marokko geht es nun im Viertelfinale weiter, wo die Mannschaft auf einen weiteren starken Gegner trifft. Das Team von Trainer Walid Regragui hat sich mit dem Sieg gegen Kanada erneut als ernstzunehmende Größe im internationalen Fußball etabliert. Die Nordafrikaner zeigten sich abgezockt und ließen die kanadischen Angriffsbemühungen immer wieder ins Leere laufen. Ohne ihren künftigen Bayern-Star, der verletzungsbedingt fehlte, bewies die Mannschaft eine bemerkenswerte Tiefe im Kader.
Kanada hingegen muss sich nun auf die Zukunft konzentrieren. Das Turnier war dennoch ein Meilenstein für den Fußball in Nordamerika. Als Co-Gastgeber hatte Kanada nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch Maßstäbe gesetzt. Die WM 2026 wird noch bis Mitte Juli in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen. Mit dem Ausscheiden Kanadas richtet sich der Fokus nun auf die verbleibenden Gastgeber USA und Mexiko, die ebenfalls noch im Turnier vertreten sind. Die USA spielen am Abend ihr Achtelfinale, Mexiko trifft am folgenden Tag auf einen südamerikanischen Gegner.
Die Partie in Houston war ein weiteres Beispiel für die wachsende Bedeutung des Fußballs in Nordamerika. Die Stimmung im Stadion, die Unterstützung der Fans und die sportliche Qualität der Begegnung unterstrichen, dass die WM 2026 ein voller Erfolg für den Kontinent ist. Kanada mag ausgeschieden sein, aber die Begeisterung für den Fußball im Land wird durch dieses Turnier nachhaltig gestärkt.



