FIFA-Präsident Gianni Infantino hat erneut Spekulationen über eine mögliche Vergrößerung der Fußball-Weltmeisterschaft ausgelöst. In einem Interview mit einem Schweizer Portal deutete der 55-Jährige an, dass er sich eine Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 64 Nationen vorstellen könne. Die Äußerungen kommen nur wenige Wochen vor dem Start der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko, die erstmals mit 48 Teams ausgetragen wird.

Infantino betonte, dass eine solche Erweiterung nicht für das kommende Turnier, sondern für die Zeit danach denkbar sei. Konkrete Zeitpläne oder formelle Beschlüsse nannte er nicht. Der FIFA-Chef verwies jedoch auf den wachsenden globalen Fußballmarkt und das Interesse vieler Verbände, an einem solchen Großereignis teilzunehmen. Kritiker warnen hingegen vor einer Verwässerung des sportlichen Wettbewerbs und zusätzlichen Belastungen für Spieler und Organisationen.

Die Diskussion um eine weitere Aufstockung fällt in eine Phase, in der die FIFA ohnehin im Fokus der Öffentlichkeit steht. Die WM 2026 wird das erste Turnier mit 48 Teilnehmern sein, nachdem der Verband 2017 die Erweiterung von 32 auf 48 Teams beschlossen hatte. Infantino hatte damals argumentiert, dass mehr Nationen die globale Entwicklung des Fußballs fördern würden. Nun scheint er bereit, diesen Kurs noch weiter zu treiben.

Parallel zu den Plänen des FIFA-Präsidenten sorgt ein anderer Vorfall für Aufsehen: Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin hat sich gegen eine Darstellung als «Hollywood-Schurke» gewehrt. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung mit dem britischen Entertainer James Corden, der Yakin in einer Sendung kritisiert hatte. Yakin konterte öffentlich und stellte klar, dass er sich nicht in eine negative Rolle drängen lasse. Der Zwischenfall zeigt, wie sehr die WM-Vorbereitungen auch von Nebenschauplätzen begleitet werden.

In England wurde unterdessen eine umstrittene Sperrstunde für den Alkoholverkauf in Fußballstadien aufgehoben. Die Regelung, die bei früheren Turnieren für Diskussionen gesorgt hatte, war von vielen Fans als unnötig streng kritisiert worden. Die Aufhebung gilt als Zugeständnis an die Anhänger, die während der WM-Spiele in den Pubs und Stadien des Landes feiern wollen. Die britische Regierung erhofft sich davon eine entspanntere Atmosphäre bei den Public-Viewing-Events.

Ein kurioses Detail aus Südamerika rundet die Nachrichtenlage ab: In Peru haben sich 468 Männer offiziell den Nachnamen «Haaland» zugelegt. Sie wollen damit ihre Bewunderung für den norwegischen Stürmerstar Erling Haaland ausdrücken, der bei der WM 2026 für Furore sorgen könnte. Die Aktion zeigt, wie sehr Fußballidole auch abseits des Platzes kulturelle Spuren hinterlassen können. Die peruanischen Behörden bestätigten die Namensänderungen, die in den letzten Monaten beantragt wurden.

Die FIFA selbst steht vor der Herausforderung, die logistischen und sportlichen Rahmenbedingungen für eine mögliche 64-Team-WM zu prüfen. Eine solche Vergrößerung würde mehr Spiele, längere Turnierdauern und zusätzliche Austragungsorte erfordern. Kritiker befürchten, dass die Qualität der Spiele leiden könnte, wenn schwächere Nationalmannschaften häufiger teilnehmen. Befürworter verweisen dagegen auf den positiven Effekt für den Fußball in Entwicklungsregionen.

Infantino hat in seiner Amtszeit mehrfach Reformen vorangetrieben, die auf eine Kommerzialisierung und Globalisierung des Fußballs abzielen. Die Erweiterung der WM ist dabei ein zentrales Element seiner Strategie. Ob der FIFA-Rat den Plänen zustimmen wird, bleibt abzuwarten. Die nächste Sitzung des Councils ist für den Herbst 2026 angesetzt, dann könnten erste konkrete Schritte diskutiert werden.

Die WM 2026 selbst verspricht bereits ein Rekordturnier zu werden. Mit 48 Teams, 104 Spielen und drei Gastgeberländern wird sie die bisher größte Fußball-Weltmeisterschaft sein. Die Austragung in Nordamerika soll neue Zuschauerrekorde bringen und die Einnahmen der FIFA weiter steigern. Infantino hat mehrfach betont, dass der Verband finanziell gut dastehe und in die Entwicklung des Fußballs weltweit investieren wolle.

Die Reaktionen auf die 64-Team-Idee fallen gemischt aus. Während einige Verbände aus kleineren Fußballnationen Begeisterung zeigen, äußern europäische Spitzenclubs und Ligen Bedenken. Sie fürchten eine Überlastung der Spieler durch zusätzliche Länderspiele und Turniere. Die Diskussion dürfte in den kommenden Monaten an Intensität zunehmen, je näher die Entscheidungsfindung rückt.