Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat ihren wohl emotionalsten Moment erlebt: Cristiano Ronaldo, einer der größten Spieler der Geschichte, hat nach der 0:1-Niederlage Portugals gegen Spanien im Achtelfinale unter Tränen die WM-Bühne für immer verlassen. Der 41-jährige Superstar, der sein fünftes und letztes Turnier bestritt, konnte die Enttäuschung nach dem späten Gegentreffer nicht verbergen. Internationale Medien würdigen den Moment als das Ende einer Ära und heben die außergewöhnliche Karriere des Portugiesen hervor.

Die Partie im AT&T Stadium in Arlington, Texas, blieb lange torlos, ehe der eingewechselte Mikel Merino in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit der Verlängerung (90.+1 Minute) den Siegtreffer für Spanien erzielte. Der Europameister zog damit ins Viertelfinale ein, während Portugal die Heimreise antreten musste. Für Ronaldo, der in diesem Turnier noch einmal alle seine Erfahrung und seinen Torinstinkt gezeigt hatte, war es das letzte Spiel bei einer Weltmeisterschaft. Die Kameras fingen ihn ein, wie er nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen kniete und von seinen Gefühlen überwältigt wurde. Teamkollegen und Gegenspieler suchten ihn auf, um ihn zu trösten.

Die internationale Presse reagiert mit großer Anteilnahme. Die spanische Zeitung „Marca“ titelt: „Ronaldo beendet seinen letzten Tanz bei der WM unter Tränen“ und zeigt ein Bild des weinenden Stars. Die portugiesischen Medien sprechen von einem „bitteren Ende“ und einer „unerfüllten Mission“. In Deutschland schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ von einem „würdigen, aber traurigen Abschied eines Jahrhunderttalents“. Die „New York Times“ hebt hervor, dass Ronaldo trotz des Ausscheidens noch einmal all seine Leidenschaft auf dem Platz gezeigt habe. Die Berichterstattung konzentriert sich weniger auf das Spiel selbst als auf die Symbolik des Abschieds eines Spielers, der die Fußballwelt über zwei Jahrzehnte geprägt hat.

Ronaldo hatte im Vorfeld des Turniers angedeutet, dass es seine letzte WM sein würde. Mit 41 Jahren war er der älteste Feldspieler im portugiesischen Kader und einer der ältesten des gesamten Turniers. Seine Karriere ist geprägt von Rekorden: fünf Ballon d'Or-Auszeichnungen, Champions-League-Titel mit Manchester United und Real Madrid, die Europameisterschaft 2016 mit Portugal und unzählige Torrekorde. Bei Weltmeisterschaften blieb ihm der große Triumph jedoch verwehrt. Das beste Ergebnis war der dritte Platz 1966, den er selbst nicht miterlebte. In seiner aktiven WM-Geschichte erreichte Portugal 2006 den vierten Platz, 2010 und 2014 das Achtelfinale, 2018 das Viertelfinale und 2022 erneut das Viertelfinale. Der Traum vom WM-Titel, den er immer wieder als sein großes Ziel nannte, blieb unerfüllt.

Das Spiel selbst war von Beginn an intensiv geführt. Portugal begann mutig und hatte durch Bruno Fernandes und João Félix gute Chancen. Spanien kontrollierte jedoch zunehmend das Mittelfeld und setzte auf Ballbesitz. In der zweiten Halbzeit und der Verlängerung drückte Portugal, doch die spanische Abwehr um Verteidiger Aymeric Laporte und Torhüter Unai Simón hielt stand. Der entscheidende Moment kam in der ersten Minute der Nachspielzeit der Verlängerung: Eine Flanke von Dani Olmo fand den Kopf von Mikel Merino, der unbedrängt einköpfte. Für Spanien geht es nun im Viertelfinale weiter, wo man auf den Sieger der Partie zwischen Deutschland und Brasilien trifft.

Die Reaktionen auf Ronaldos Abschied sind weltweit von Respekt geprägt. Der portugiesische Verband veröffentlichte eine Mitteilung, in der es heißt: „Cristiano Ronaldo hat Portugal auf der größten Bühne des Fußballs vertreten und uns unvergessliche Momente geschenkt. Sein Vermächtnis wird für immer bestehen bleiben.“ Auch spanische Spieler äußerten sich anerkennend. Kapitän Álvaro Morata sagte: „Es ist schade, dass es so enden muss. Er ist eine Legende, und wir haben heute gegen einen großartigen Gegner gewonnen.“ Die FIFA würdigte Ronaldo auf ihren Kanälen mit einer Videomontage seiner schönsten WM-Momente.

Die Zukunft Ronaldos ist ungewiss. Sein Vertrag beim saudi-arabischen Club Al-Nassr läuft noch, doch Spekulationen über ein Karriereende nehmen zu. Viele Beobachter gehen davon aus, dass er nach der WM seinen Rücktritt vom Profifußball erklären könnte. Sollte er weiterspielen, wäre eine Rückkehr nach Europa oder ein Engagement in der portugiesischen Liga denkbar. Fest steht: Die WM 2026 wird als das Turnier in Erinnerung bleiben, bei dem Cristiano Ronaldo unter Tränen Abschied nahm – ein Bild, das die Fußballwelt noch lange begleiten wird.

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Guldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.