Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko hat die belgische Nationalmannschaft nicht nur sportlich ein Zeichen gesetzt, sondern auch politisch für Aufsehen gesorgt. Nach dem Sieg gegen die US-amerikanische Auswahl reagierten die belgischen Spieler mit einem provokativen Torjubel und der Botschaft «Overturn this» auf einen umstrittenen Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino. Die Geste war eine direkte Antwort auf Trumps Versuch, vor dem Spiel Einfluss auf den Ausgang der Partie zu nehmen.

Der Vorfall ereignete sich im Achtelfinale des Turniers, als Belgien auf die USA traf. Kurz vor dem Anpfiff war bekannt geworden, dass Trump persönlich bei Infantino angerufen hatte, um angeblich über den Spielverlauf zu sprechen. Der genaue Inhalt des Telefonats blieb zunächst unklar, doch die belgische Mannschaft fühlte sich durch diese Einmischung provoziert. Nach dem Schlusspfiff, der den belgischen Sieg besiegelte, feierten die Spieler ausgelassen und zeigten dabei eine Geste, die an Trumps umstrittene Forderung nach der Aufhebung von Wahlergebnissen erinnerte. Die Botschaft «Overturn this» – zu Deutsch etwa «Hebt das auf» – war unmissverständlich an den US-Präsidenten gerichtet.

Der Spott der Belgier war in den sozialen Medien und in den internationalen Sportnachrichten schnell ein großes Thema. Kommentatoren und Fans interpretierten die Aktion als klare Absage an politische Einflussnahme im Sport. Die belgischen Spieler selbst äußerten sich nach dem Spiel zurückhaltend, ließen aber durchblicken, dass sie die Einmischung Trumps als unangemessen empfanden. «Wir haben auf dem Platz gesprochen, und das reicht», sagte ein nicht namentlich genannter Spieler der belgischen Delegation. Die Stimmung in der Mannschaft sei nach dem Sieg jedoch ausgelassen gewesen, und der Jubel sei eine spontane Reaktion auf die Ereignisse vor dem Spiel gewesen.

Die FIFA veröffentlichte nach dem Spiel ein Statement, in dem sie die Vorfälle um den Anruf von Trump thematisierte. Der Weltverband betonte, dass man die Unabhängigkeit des Sports wahren müsse und politische Einmischung nicht toleriert werde. Gleichzeitig stellte die FIFA klar, dass das Telefonat mit dem US-Präsidenten vor dem Spiel stattgefunden habe, aber keinen Einfluss auf den Spielverlauf gehabt habe. Die genauen Inhalte des Gesprächs wurden jedoch nicht offengelegt. Die belgische Botschaft wurde von vielen als notwendige Verteidigung der sportlichen Integrität gesehen.

Der Sieg Belgiens gegen die USA war nicht nur wegen des politischen Untertons bemerkenswert, sondern auch wegen der sportlichen Leistung. Die belgische Mannschaft zeigte eine starke Defensive und nutzte ihre Chancen effizient. Die US-Amerikaner hingegen kämpften mit der Drucksituation, die durch Trumps Anruf zusätzlich angeheizt worden war. Der US-amerikanische Stürmer Folarin Balogun, der im Mittelpunkt eines vorherigen Rassismus-Eklats gestanden hatte, äußerte sich nach dem Spiel enttäuscht über das Ausscheiden. «Wir haben alles gegeben, aber es hat nicht gereicht», sagte Balogun. Er vermied es jedoch, direkt auf die politische Einmischung einzugehen.

Die Kontroverse um Trumps Anruf hatte bereits vor dem Spiel für Schlagzeilen gesorgt. Medienberichten zufolge hatte der US-Präsident versucht, die FIFA zu einer Änderung des Spielplans oder einer Bevorzugung der US-Mannschaft zu bewegen. Die FIFA wies diese Vorwürfe zurück, doch die belgische Mannschaft ließ sich nicht beirren. Der provokative Torjubel war eine klare Antwort auf die Versuche, den Sport zu politisieren. In den sozialen Medien wurde die Aktion der Belgier vielfach gelobt. Nutzer bezeichneten den Jubel als «genial» und «notwendig», um ein Zeichen gegen politische Einflussnahme zu setzen.

Die Weltmeisterschaft 2026 ist die erste, die in drei Ländern ausgetragen wird, und steht bereits jetzt im Zeichen politischer Spannungen. Der Vorfall um Trump und Belgien zeigt, wie schnell Sport und Politik miteinander verwoben sein können. Für die belgische Mannschaft geht es im Turnier nun weiter, während die USA nach dem Ausscheiden die Heimreise antreten müssen. Die FIFA kündigte an, die Vorfälle um den Anruf von Trump intern zu prüfen, um ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden. Die belgische Botschaft «Overturn this» wird jedoch noch lange nachhallen.

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Guldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.