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Papst Leo XIV. verurteilt Sterbehilfe-Gesetze in Europa

Bei seinem Besuch im französischen Wallfahrtsort Lourdes kritisiert Papst Leo XIV. die gesetzliche Legalisierung aktiver Sterbehilfe in mehreren europäischen Ländern scharf. Vor Ärzten und Gesundheitspersonal betont er die unveräußerliche Würde des Menschen und warnt vor einer Entscheidung über Leben auf Basis von Algorithmen.

Papst Leo XIV. verurteilt Sterbehilfe-Gesetze in Europa
Papst verurteilt Gesetze zu Sterbehilfe

Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch im französischen Marien-Wallfahrtsort Lourdes die gesetzliche Legalisierung aktiver Sterbehilfe in mehreren europäischen Ländern scharf verurteilt. Vor Vertretern der Ärzteschaft und Beschäftigten im Gesundheitswesen richtete das Oberhaupt der katholischen Kirche einen eindringlichen Appell: Der Sinn ihrer Berufung bestehe darin, «sich um einen leidenden Menschen zu kümmern und nicht darin, ihn zu beseitigen».

Der Papst stellte klar, dass Legalität und sittliche Erlaubnis nicht gleichzusetzen seien. «Es ist unmöglich, das Herbeiführen des Todes als normal anzusehen. Was legal ist, ist nicht zwangsläufig auch sittlich erlaubt», sagte Leo XIV. in Lourdes. Der Versuchung, unter dem Vorwand falschen Mitleids das Leben zu beenden, müsse «gerade im Namen dieser unveräußerlichen Würde des Menschen entschieden widerstanden werden». Niemand habe das Recht, «auf der Grundlage von labortechnischen Algorithmen» über Leben zu entscheiden, so das Kirchenoberhaupt weiter.

Mit seiner Kritik bezog sich der Papst auf gesetzliche Regelungen zur Sterbehilfe in verschiedenen europäischen Ländern wie den Niederlanden und Belgien. Auch die französische Nationalversammlung hatte in diesem Sommer nach langen Debatten mit großer Mehrheit ein Gesetz zur aktiven Sterbehilfe verabschiedet. Der Besuch in Lourdes ist die vorletzte Station von Leos Frankreich-Reise. Am Montag will der Papst nach Metz unweit der deutsch-französischen Grenze weiterreisen, wo er eine Rede an Europa halten wird.

Die katholische Kirche vertritt seit jeher die Auffassung, dass das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod unantastbar ist. Papst Leo XIV. bekräftigte diese Haltung nun mit besonderem Nachdruck angesichts der jüngsten gesetzlichen Entwicklungen in Europa. Die Debatte über Sterbehilfe wird in vielen Ländern kontrovers geführt, wobei Befürworter auf das Selbstbestimmungsrecht schwerkranker Menschen verweisen, während Gegner ethische und religiöse Bedenken geltend machen.

Der Wallfahrtsort Lourdes, einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte der Welt, zieht jährlich Millionen Pilger an. Der Besuch des Papstes dort unterstreicht die Bedeutung, die die katholische Kirche dem Thema Leiden und Sterben beimisst. Mit seiner klaren Positionierung dürfte Leo XIV. die innerkirchliche Diskussion ebenso wie die gesellschaftliche Debatte über Sterbehilfe in Europa weiter anfachen.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.