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Katholische Bischöfe beten mit Trump – Vatikan kritisiert Treffen

Mehrere US-Bischöfe beteten im Oval Office mit Präsident Trump. Der Vatikan verurteilte das Treffen scharf, der Denver-Erzbischof James Golka verteidigt sich.

Katholische Bischöfe beten mit Trump – Vatikan kritisiert Treffen
Katholische Bischöfe beten mit Trump – Vatikan reagiert scharf

Zwölf Tage vor den US-Midterms haben mehrere amerikanische Bischöfe im Oval Office mit Präsident Donald Trump gebetet. Der Vatikan reagierte scharf: Ein Kirchenvertreter aus Rom bezeichnete das Treffen als «höchst unangemessen und eine Beleidigung für Papst Leo XIV.». Die Einschätzung wurde vom katholischen Journalisten Christopher Hale in seinem Newsletter «Letters from Leo» verbreitet.

Erzbischof James Golka aus Denver stand neben Trump am Resolute Desk und sprach das Gebet. «Wir erheben heute unseren Präsidenten vor dir», betete Golka, während die anwesenden Bischöfe die Köpfe senkten. Das Erzbistum Denver erklärte anschließend, Golka habe «Gottes Segen auf den Präsidenten und unser Land» erbeten und die Gläubigen eingeladen, «für unser Land und seine Anführer zu beten». Das Video wurde unmittelbar danach vom Wahlkampf-Account Trumps verbreitet. Damit wurde aus einem Gebet im Regierungsgebäude ein Clip im laufenden Wahlkampf, der die religiöse Szene mit der politischen Auseinandersetzung verknüpfte.

Kurz nach der Veröffentlichung äußerte sich Golka im Interview mit dem «Denver Catholic», der hauseigenen Zeitung der Erzdiözese Denver. Eine Entschuldigung lehnte er ab. Er begründete den Auftritt damit, dass er ein privates Treffen ohne Kameras erwartet habe. Sein Herz sei «gebrochen», weil sich einige Menschen dadurch verletzt fühlten. Zugleich griff er Katholiken an, die das Treffen seiner Ansicht nach nutzen würden, um Zwietracht zu säen. Die Auseinandersetzung drehte sich damit weniger um den Inhalt des Gebets als um die Frage, ob ein Gebet vor laufender Kamera unter diesen Umständen noch privat sein kann.

Mit Golka waren Bischof Edward Burns aus Dallas, Bischof Scott Bullock aus Rapid City und der emeritierte Erzbischof Joseph Naumann bei dem Präsidenten. Organisiert wurde das Treffen von einem Mitarbeiter der konservativen Heritage Foundation. Die US-Bischofskonferenz (USCCB) stellte klar, sie habe an der Organisation «keinerlei Anteil» gehabt. Das Lehrschreiben der amerikanischen Bischöfe halte ausdrücklich fest, dass die Kirche «keinen Kandidaten oder keine Partei unterstützen» dürfe. Diese Passage steht im Zentrum der Kritik, weil der Auftritt im Oval Office kurz vor der Wahl als Nähe zu einer bestimmten politischen Position gelesen werden kann.

Auffällig ist zudem, dass Golka erst wenige Wochen zuvor Papst Leo XIV. gegen öffentliche Kritik Trumps verteidigt hatte. Damals argumentierte er, die Rolle des Papstes sei «pastoral, nicht politisch». Vor diesem Hintergrund wirkt der Auftritt im Oval Office für viele Beobachter widersprüchlich, zumal der Papst selbst in der Auseinandersetzung mit dem Präsidenten Position bezogen hatte. Das Verhältnis zwischen dem Vatikan und der Trump-Administration gilt als nachhaltig belastet, und der Streit um das Gebet verschärft diese Lage zusätzlich.

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Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.