Zwei Belarussen sollen Brandanschläge in Bayern geplant haben
Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Männer aus Belarus, die als mutmaßliche Saboteure im Auftrag Russlands gegolten haben sollen. Sie sitzen in Untersuchungshaft, Rumänien hat ihre Auslieferung beantragt.
Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Männer aus Belarus, denen vorgeworfen wird, Brandanschläge in Bayern geplant zu haben. Die Männer im Alter von 39 und 50 Jahren sollen im Raum Nürnberg Feuer an Einrichtungen der kritischen Infrastruktur legen wollen, etwa an Stromleitungen oder Bahnstrecken. Die Behörde bestätigte am Mittwoch die Festnahme, die vor drei Wochen erfolgte. Beide befinden sich in Untersuchungshaft.
Nach Darstellung der Generalstaatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass die Männer gegen Geld im Auftrag einer fremden Regierung oder Vereinigung handelten. Ziel sei gewesen, die Sicherheit Deutschlands zu gefährden. Strafbar wäre dies als Verabredung zu einem Verbrechen der Brandstiftung sowie als Agententätigkeit zu Sabotagezwecken. Zu den konkreten Anschlagsplänen in Deutschland wollte die Behörde keine weiteren Details nennen, auch nicht zu dem noch nicht näher bestimmten Gebäude oder der Einrichtung, die ins Visier genommen werden sollte.
Auch in Rumänien geraten die beiden Männer ins Visier der Justiz. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte, dass Rumänien ihre Auslieferung beantragt hat. Nach Informationen des Magazins „Spiegel“ sollen sie am 14. September an einem Brandanschlag auf einen rumänischen Industriepark beteiligt gewesen sein, in dem auch eine Rüstungsproduktion ansässig ist. Rumänische Behörden ermitteln demnach ebenfalls gegen das Duo und vermuten den Auftraggeber in Moskau. Nach diesen Berichten sollen die Männer im Auftrag Russlands gehandelt haben.
Der Fall wird im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gesehen, denn der Liveblog, in dessen Rahmen über die Ermittlungen berichtet wird, befasst sich ansonsten mit den Entwicklungen rund um den Ukrainekrieg. Dort wird zugleich auf weitere Themen verwiesen, unter anderem auf Aussagen des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, wonach sein Land derzeit nur zwölf Patriot-Raketen im Monat erhält, und auf die Einschätzung, dass die Ukraine vor einer großen Herausforderung stehe.
Der Fall reiht sich in eine Serie mutmaßlicher Sabotageaktionen ein, mit denen Sicherheitsbehörden in Europa seit einiger Zeit befasst sind. Die Ermittlungen dauern an, offizielle Angaben zur Beweislage und zu möglichen weiteren Beteiligten liegen bislang nicht vor. Die Vorwürfe gelten für die Beschuldigten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unbewiesen.
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