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USA zerstören fünf iranische Tanker – Teheran beschießt Jordanien

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben fünf iranische Öltanker zerstört. Die iranischen Revolutionsgarden reagierten mit Raketenangriffen auf Jordanien. Beide Seiten sprechen von Vergeltung.

USA zerstören fünf iranische Tanker – Teheran beschießt Jordanien
USA "zerstören" iranische Tanker - Teheran feuert Raketen ab

Die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran um die Kontrolle in der Straße von Hormus hat sich weiter zugespitzt. Das US-Regionalkommando Centcom teilte mit, fünf iranische Rohöltanker zerstört zu haben. Die Attacke sei eine Vergeltung für iranische Angriffe auf ein Kriegsschiff der US-Marine mit ballistischen Raketen gewesen, hieß es zur Begründung.

Nach Angaben des US-Militärs wurden die Tanker „M/T Kaviz“, „M/T Charminar“, „M/T Horizon 1“ und „M/T Riesco“ im Golf von Oman zerstört. Nahe der iranischen Insel Charg im Persischen Golf sei zudem das Schiff „M/T Derya“ angegriffen worden. Die Besatzungsmitglieder seien zuvor aufgefordert worden, die Schiffe zu verlassen. Die Tanker hätten zu einem „Schattennetzwerk“ gehört, über das sich die iranischen Revolutionsgarden mit milliardenschweren Umsätzen finanzierten, erklärte Centcom auf der Plattform X.

Die iranischen Revolutionsgarden reagierten nach eigenen Angaben umgehend mit schweren Raketenangriffen auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee des Landes 20 ballistische Raketen erfolgreich ab. 18 seien zerstört worden, zwei in entlegene Gebiete gestürzt. Die iranischen Revolutionsgarden behaupteten unterdessen, den US-Stützpunkt Al-Asrak in Jordanien getroffen zu haben. Es seien Wartungseinrichtungen und ein Stationierungsort für US-Kampfflugzeuge vom Typ F-35, F-16 und F-15 angegriffen worden, dabei sei beträchtlicher Schaden entstanden. Das US-Militär äußerte sich zunächst nicht zu diesen Angaben.

Zuvor hatten iranische Medien mehrere Explosionen vor der Insel Charg sowie nahe der Hafenstadt Dschask an der Straße von Hormus gemeldet. Die Insel Charg liegt im Persischen Golf südlich des iranischen Festlands und ist von strategisch großer Bedeutung für die Führung in Teheran. Auf der Insel befindet sich das wichtigste Exportterminal zur Verschiffung iranischen Erdöls. Schon im Iran-Irak-Krieg von 1980 bis 1988 war Charg wegen seiner strategischen Bedeutung wiederholt Ziel von Angriffen.

Der erneute Vergeltungsschlag gegen die iranischen Öltanker erfolgte, nachdem die Revolutionsgarden in den vergangenen zwei Tagen zweimal ein Kriegsschiff der US-Marine mit ballistischen Raketen angegriffen hatten. Das Kriegsschiff sei nicht getroffen worden, es habe keine Verletzten gegeben, teilte Centcom mit. Erst am Samstag hatte das US-Militär bereits drei iranische Öltanker angegriffen.

Die Straße von Hormus hat sich im Verlauf des jüngsten Iran-Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt. Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger bedeutende Meerenge weitestgehend. Vor dem Krieg war die Seestraße für den Schiffsverkehr offen. Mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen wollen die USA den Iran unter Druck setzen. Zuletzt kam es immer wieder zu gegenseitigem Beschuss.

Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.