Russland hat am Freitag die vollständige Einnahme der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka gemeldet. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte vor Journalisten, die Stadt sei komplett eingenommen und stehe nun vollständig unter russischer Kontrolle. Präsident Wladimir Putin habe mit der Armee darüber gesprochen, fügte Peskow hinzu. Die Einnahme von Kostjantyniwka würde Russlands Kontrolle in der Region Donezk weiter ausweiten und die strategische Position der russischen Streitkräfte im Donbass stärken.

Kostjantyniwka, die vor dem Krieg rund 78.000 Einwohner zählte, war seit Ende 2025 schwer umkämpft. Die Stadt gilt als strategisch wichtiger Stützpunkt auf dem Weg zu den letzten größeren Städten in der Donbass-Region, die noch unter der Kontrolle Kiews stehen. Bereits im Juni hatte Putin angekündigt, die russischen Truppen stünden kurz vor der Eroberung der strategisch wichtigen ukrainischen Stadt. Mit der Einnahme von Kostjantyniwka kontrollieren die russischen Streitkräfte nun die gesamte Region Luhansk im Osten der Ukraine, eine der beiden Regionen, aus denen sich der Donbass zusammensetzt, so Peskow.

Parallel zu den militärischen Entwicklungen an der Front hat die Ukraine einen weiteren schweren Luftangriff Russlands auf die Hauptstadt Kiew erlebt. Die Zahl der Toten in Kiew ist nach dem jüngsten russischen Angriff auf mindestens 30 gestiegen. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte Vergeltung für den Angriff an. Die genauen Umstände des Angriffs und die Art der Vergeltung wurden zunächst nicht näher erläutert. In Kiew wurde ein Trauertag ausgerufen, um der Opfer zu gedenken.

Die russischen Angriffe beschränken sich nicht nur auf Kiew. Auch in anderen Teilen der Ukraine gab es Todesopfer. Bei russischen Angriffen auf die Stadt Sumy und den Süden der Ukraine kamen nach Angaben ukrainischer Behörden mindestens zehn Menschen ums Leben. Die Angriffe zeigen, dass Russland seine Luft- und Raketenangriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung und Infrastruktur fortsetzt, während es gleichzeitig an der Front Geländegewinne erzielt.

Die Einnahme von Kostjantyniwka ist ein bedeutender Erfolg für die russischen Streitkräfte, die seit Monaten versuchen, ihre Kontrolle über den Donbass zu festigen. Die Region Donezk ist ein zentrales Ziel der russischen Offensive, die bereits 2022 begann. Mit der Kontrolle über Kostjantyniwka verbessert Russland seine logistischen Verbindungen und kann seine Truppen näher an die verbliebenen ukrainischen Hochburgen in der Region heranführen. Die ukrainische Führung hat wiederholt die Notwendigkeit westlicher Militärhilfe betont, um den russischen Vormarsch zu stoppen.

Unterdessen kam es auch auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim zu Problemen. In mehreren Bezirken der Krim fiel der Strom aus. Die Ursache des Stromausfalls war zunächst unklar. Die Krim, die Russland 2014 annektierte, dient als wichtiger Nachschubweg für die russischen Truppen in der Südukraine. Störungen der Infrastruktur auf der Halbinsel könnten die russischen Logistikketten beeinträchtigen.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen in der Ukraine mit großer Sorge. Die Vereinten Nationen und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben wiederholt die Einhaltung des humanitären Völkerrechts angemahnt. Die russischen Angriffe auf zivile Ziele in Kiew und anderen Städten werden international als mögliche Kriegsverbrechen verurteilt. Die Ukraine fordert von ihren westlichen Partnern weitere Waffenlieferungen, insbesondere Luftabwehrsysteme, um sich gegen die russischen Luftangriffe zu schützen.

Die Lage an der Front bleibt angespannt. Während Russland seine Offensive im Donbass fortsetzt, versucht die ukrainische Armee, die Verteidigungslinien zu halten und Gegenangriffe durchzuführen. Die Einnahme von Kostjantyniwka könnte den Druck auf die ukrainischen Truppen in der Region erhöhen. Analysten gehen davon aus, dass die nächsten Wochen entscheidend für den weiteren Verlauf des Krieges sein könnten, da beide Seiten versuchen, vor dem Winter strategische Vorteile zu erlangen.

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Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Guldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.