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Polizistenmord in Südbrandenburg: Mutmaßliche Drahtzieher in Polen gefasst

Mehr als 20 Monate nach dem Tod des Dresdner Polizisten Maximilian Stoppa bei einer Verkehrskontrolle in Lauchhammer hat das LKA Sachsen neun mutmaßliche Hintermänner in Polen festgenommen. Zwei weitere Beschuldigte stellten sich selbst. Die Bande soll zwischen 2017 und 2025 hochwertige Autos in ganz Deutschland gestohlen und in Polen verwertet haben. Der Schaden liegt bei über drei Millionen Euro.

Polizistenmord in Südbrandenburg: Mutmaßliche Drahtzieher in Polen gefasst
Schlag gegen Hintermänner: Tod eines Polizisten - mutmaßliche Drahtzieher gefasst

Mehr als 20 Monate nach dem Tod des Dresdner Polizisten Maximilian Stoppa bei einer Verkehrskontrolle in Südbrandenburg sind die mutmaßlichen Drahtzieher einer international agierenden Autodiebesbande gefasst worden. Fahnder des Landeskriminalamtes Sachsen nahmen in der vergangenen Woche mit Unterstützung polnischer Spezialeinheiten neun Männer im Alter zwischen 19 und 54 Jahren in mehreren polnischen Städten fest. Zwei weitere Beschuldigte stellten sich selbst. Das teilte das LKA auf Anfrage mit.

Der 32 Jahre alte Polizist Maximilian Stoppa war im Januar 2025 bei einem Einsatz in Lauchhammer im Landkreis Oberspreewald-Lausitz von einem flüchtenden Autodieb angefahren und getötet worden. Der Tod des Beamten hatte bundesweit große Bestürzung ausgelöst. Sachsens LKA-Präsident Dirk Lichtenberg sagte, die Drahtzieher seien nun gefasst. «Das ist mir sehr wichtig, weil mir der Tod meines Kollegen sehr nahegegangen ist und weil wir damit auch Gefahren für meine anderen Kollegen auf der Straße verringern können», so Lichtenberg.

Die neun in Polen festgenommenen Männer sitzen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden in Auslieferungshaft. Über eine Auslieferung soll in den kommenden 30 Tagen entschieden werden. Die beiden Beschuldigten, die sich selbst gestellt hatten, befinden sich bereits in Deutschland in Untersuchungshaft. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe zwischen 2017 und Ende 2025 hochwertige Autos in Deutschland stahl und in Polen gewinnbringend verwertete. Zu den Tatorten zählen nach Angaben der Behörden Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen und Baden-Württemberg. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehr als drei Millionen Euro.

Der mutmaßliche Todesfahrer, ein 27 Jahre alter Pole, war vom Landgericht Cottbus wegen eines illegalen Autorennens mit Todesfolge zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft legten jedoch Revision ein, weshalb der Bundesgerichtshof das Urteil derzeit überprüft. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung wegen Mordes und eine lebenslange Haftstrafe gefordert, die Verteidigung hingegen eine geringere Haftzeit.

Die Festnahmen der mutmaßlichen Hintermänner erfolgten bei Durchsuchungen in mehreren polnischen Städten. Die Ermittlungen richten sich gegen ein Netzwerk, das über Jahre hinweg professionell organisierten Autodiebstahl betrieben haben soll. Die Täter gingen dabei offenbar arbeitsteilig vor: Während einige Mitglieder die Fahrzeuge in Deutschland entwendeten, kümmerten sich andere um den Transport und die Verwertung in Polen. Die nun gefassten Beschuldigten sollen die Struktur gesteuert und die einzelnen Diebstähle koordiniert haben.

Der Fall hatte auch deshalb besondere Aufmerksamkeit erregt, weil er die Gefahren verdeutlicht, denen Polizeikräfte bei Kontrollen im Grenzgebiet ausgesetzt sind. Die Aufklärung des Hintergrunds der Bande war ein Schwerpunkt der Ermittlungen des LKA Sachsen. Mit der Festnahme der mutmaßlichen Drahtzieher hoffen die Behörden, das Netzwerk zerschlagen und weitere Straftaten verhindert zu haben.

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Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.