Samstag, 19. September 2026 Nachrichten im Zusammenhang Über die Zeitung
Güldendorf Suche

Nachrichten

Pentagon räumt erstmals Munitionsknappheit im Iran-Krieg ein

Die Generalinspektion des Pentagon bestätigt in ihrem Pflichtbericht an den Kongress strategische Bestandslücken bei Munition. Die Gesamtkosten des seit über sechs Monaten andauernden Krieges belaufen sich laut CBO auf 38 Milliarden Dollar.

Pentagon räumt erstmals Munitionsknappheit im Iran-Krieg ein
Iran-Krieg: USA räumen erstmals Munitionsknappheit ein

Die USA haben erstmals seit Beginn des Iran-Krieges vor gut sechs Monaten einen Munitionsmangel eingeräumt. In ihrem Pflichtbericht an den Kongress verwies die Generalinspektion des Pentagon darauf, dass Munition infolge des Krieges knapp geworden sei. Das unabhängige Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) bezifferte die bisherigen Gesamtkosten des Krieges auf 38 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 33 Milliarden Euro. Davon entfielen bis Ende Juni rund 22,3 Milliarden Dollar auf Munition.

Der Krieg habe zu «strategischen Bestandslücken und Engpässen bei der Industrie in der Nachschubversorgung mit Munition» geführt, heißt es in dem Bericht weiter. Um mit den Engpässen umzugehen, arbeite das Pentagon daran, «Beschaffungsprozesse und Produktionsvorläufe zu straffen sowie kritische Materialien, Komponenten und ausgewählte Munition zu bevorraten». Der Ausbau der Produktionskapazitäten erfordere jedoch «erhebliche Vorlaufzeiten».

US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt Bedenken hinsichtlich einer Munitionsknappheit in dem seit mehr als sechs Monaten andauernden Krieg zur Seite gewischt und unlängst von «praktisch unbegrenzten» Munitionsvorräten der US-Armee gesprochen. Erst am Montag schrieb er in seinem Onlinenetzwerk Truth Social, die USA produzierten «mehr exquisite» Waffen als jemals zuvor in der Geschichte. Der Sender CNN hatte dagegen berichtet, ein Mangel an Langstrecken-Lenkflugkörpern und Luftabwehr-Abfangraketen habe Trumps Strategie im Konflikt mit dem Iran geschwächt. Fast 80 Prozent des Bestandes der THAAD-Abfangraketen seien aufgebraucht.

Die Munitionsknappheit der US-Armee dürfte die Regierungen der Ukraine und Taiwans beunruhigen, die auf Waffenlieferungen aus den USA angewiesen sind. Die Ukraine benötigt in ihrem Krieg gegen Russland dringend zusätzliche Abfangraketen für US-Patriot-Luftabwehrsysteme. Taiwan ist von Waffenabkommen mit Washington abhängig, um China abzuschrecken, das die demokratisch regierte Insel für sich beansprucht.

Die Generalinspektion des Pentagon bestätigte zudem den Tod von sieben Soldaten im Einsatz sowie sieben weiteren bei nicht-feindlichen Ereignissen. Weitere 417 Soldaten seien im Einsatz verletzt worden. Der Bericht listet auch die Verluste der US-Luftflotte auf, darunter vier zerstörte F-15-Kampfflugzeuge, eine beschädigte F-35-Maschine, sieben beschädigte KC-135-Tankflugzeuge und bis zu 30 zerstörte MQ-9-Reaper-Drohnen.

Der Bericht erwähnt auch, dass durch iranische Angriffe «hunderte Gebäude und Strukturen» auf US-Militärstützpunkten in der Region beschädigt oder zerstört worden seien. Dies sei bei der Berechnung der Kosten des Krieges aber nicht mit eingeflossen, da nicht klar sei, ob alle diese Basen wieder aufgebaut würden oder wer die Kosten dafür trage.

Die USA und Israel hatten ihre Angriffe auf den Iran am 28. Februar begonnen. Der Iran griff im Gegenzug US-Einrichtungen und US-Verbündete in der Golfregion an und schloss die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi reagierte auf die Angaben des US-Verteidigungsministeriums mit Spott. Hunderte US-Militäreinrichtungen in der Region seien «in Stücke geschossen» worden, Dutzende US-Flugzeuge verbrannt, höhnte er auf der Plattform X. Die Behauptung, der Iran sei wehrlos, sei nichts als «Fiktion». Das sei «nur die Spitze des Eisberges».

Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.