Bremen feiert den Tag der Deutschen Einheit mit bis zu 450.000 Gästen
Vom 2. bis 4. Oktober wird Bremen Schauplatz der zentralen Einheitsfeier. Bis zu 450.000 Besucher werden erwartet, rund 500 Programmpunkte sind geplant. Die Polizei spricht vom größten Einsatz ihrer Geschichte, die Feuerwehr stockt ihre Kräfte auf.
Bremen bereitet sich auf die zentrale Feier zum Tag der Deutschen Einheit vor. Vom 2. bis 4. Oktober verwandelt sich die Hansestadt in eine Bühne für politische Debatten, kulturellen Austausch und persönliche Begegnungen. Bis zu 450.000 Besucherinnen und Besucher aus ganz Deutschland werden erwartet. Auf dem Programm stehen rund 500 Veranstaltungen, darunter Theater, Lesungen, politische Foren und kostenlose Konzerte.
Ein Höhepunkt ist der Auftritt der Fantastischen Vier am Abend des 3. Oktober auf dem Domshof. Zu ihrem Song «Zusammen (2022 Version)» mit Clueso hat Radio Bremen eigens eine Choreographie entwickeln lassen, die Interessierte vorab lernen und beim Fest gemeinsam aufführen können. Am selben Abend werden die Häuser an der Weser 90 Minuten lang in buntes Licht getaucht. Die Feierlichkeiten dauern am Freitag und Samstag bis Mitternacht, am Sonntag enden die letzten Veranstaltungen gegen 22 Uhr.
Die Anreise mit Bus und Bahn ist im gesamten VBN-Bereich kostenlos. Autofahrer sollen das Park-and-Ride-System nutzen, da die Innenstadt und angrenzende Veranstaltungsflächen weiträumig gesperrt werden. Für Fahrräder werden zentrale Abstellplätze eingerichtet. Wer noch eine Unterkunft sucht, muss sich beeilen: Rund zweieinhalb Wochen vor dem Fest sind nur noch sehr wenige Hotelzimmer oder Pensionen frei. «In zentraler Lage ist die Stadt sogar fast ausgebucht», teilte die Wirtschaftsförderung Bremen mit.
Die Sicherheitsbehörden bereiten sich auf einen Großeinsatz vor. Die Polizei kündigte an, auf dem Fest präsent zu sein, und sprach vom «bislang größten und zugleich herausforderndsten Einsatz für die Polizei Bremen». Unterstützung kommt aus anderen Bundesländern und vom Bund. Konkrete Hinweise auf eine drohende Gefahr gebe es derzeit nicht. Aus der linksextremen Szene hatte es zuletzt Drohungen gegeben. «Wir haben entsprechende Ankündigungen im Blick und bereiten uns auf unterschiedliche Szenarien vor», teilte die Polizei mit. Verschiedene Demonstrationen sind angekündigt. Aus dem Bremer Innenressort heißt es: «Wer demonstrieren möchte, kann das tun» – solange die Sicherheit nicht gefährdet wird.
Auch die Feuerwehr stockt ihre Kräfte auf. Rund um die Feierlichkeiten werden etwa 200 Einsatzkräfte pro Tag bereitstehen, fast doppelt so viele wie üblich. Freiwillige Feuerwehren sind zusätzlich einsatzbereit. Die Kräfte üben vorab, erkunden die Örtlichkeiten und stimmen sich mit Polizei und Hilfsorganisationen ab. Im Notfall werden Leichtverletzte an Erste-Hilfe-Stationen am Domshof, in der Martinistraße, in der Nähe des Osterdeichs und am Weserstadion versorgt. Die städtischen Krankenhäuser, allen voran das Klinikum Bremen-Mitte, stellen sich auf mehr Patienten ein und üben unter anderem einen Massenanfall von Verletzten.
Auf der 1,8 Kilometer langen Ländermeile am Osterdeich präsentieren sich die Bundesländer. Die Meile der Verfassungsorgane zeigt die Arbeit von Bundesrat, Bundestag, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht. Auf der Blaulichtmeile stellen sich Sicherheits- und Rettungskräfte vor, außerdem präsentieren sich Bundesinstitutionen wie die Bundesdruckerei und das Bundesarchiv. An zahlreichen Ständen werden Spezialitäten der Länder angeboten, von Schwarzwälder Kirschtorte bis zur Thüringer Rostbratwurst. Für Kinder und Jugendliche gibt es zahlreiche Mitmachaktionen: Sie können mit Fischernetzen und Perlen basteln, die Elbphilharmonie aus Legosteinen bauen, die Antarktis in Polarkleidung virtuell erkunden oder einen Einblick in die Bremische Bürgerschaft erhalten.
Zum protokollarischen Teil der Feier zählt der ökumenische Festgottesdienst im St.-Petri-Dom. Nur geladene Gäste können teilnehmen, der Gottesdienst wird jedoch live im ZDF übertragen und ist auf Leinwänden auf dem Festgelände zu verfolgen. Vor dem Rathaus soll zudem ein 17 Meter großes Modell der Ariane-Trägerrakete aufgebaut werden, die unter anderem in Bremen gebaut wird. Besucherinnen und Besucher können sich vorab online informieren. Vor Ort bietet ein Welcome Center am Hauptbahnhof Orientierung, weitere Informationen gibt es am «BremenPoint» am Marktplatz sowie an den «Info Points» an der Schlachte, am Wall und am Osterdeich.
