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Waldspaziergang im Herbst: Experte gibt Sicherheitshinweise nach Dürresommer

Nach einem extremen Dürresommer warnt der Landesverband Hessen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald vor den Folgen für den Wald. Ein Experte erklärt, worauf Spaziergänger achten sollten und warum der Wald, wie wir ihn kennen, seltener werden könnte.

Waldspaziergang im Herbst: Experte gibt Sicherheitshinweise nach Dürresommer
Herbst: Dürre und Klimawandel: Wie sicher ist der Waldspaziergang?

Der Zustand der Wälder in Deutschland ist nach dem jüngsten Dürresommer so schlecht wie lange nicht. Christoph von Eisenhart Rothe vom Landesverband Hessen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zieht eine ernüchternde Bilanz: „Dieser Sommer hat noch mal alles getoppt, was wir in den Dürrejahren 2018 bis 2023 bisher erlebt haben.“ Nicht nur ältere Bäume hätten gelitten, sondern auch jüngere. Man habe „sehr viele jüngere Bäume verloren“, sagte der Experte. Für Spaziergänger stellt sich angesichts dieser Schäden die Frage, ob ein Gang durch den Wald im Herbst noch sicher ist.

Von Eisenhart Rothe relativiert die Gefahr: „Der Wald ist ja nie hundertprozentig ohne Gefahren, wie auch das übliche Lebensrisiko.“ Man könne in eine Bodenkuhle treten oder es könne ein starker Ast herunterstürzen. Allerdings neigten heimische Waldbaumarten nicht zu den typischen spontanen Astbrüchen, wie man sie etwa von Pappeln in Parkanlagen kenne. Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt der Experte, auf den Wegen zu bleiben und nicht querfeldein zu laufen. „Es empfiehlt sich, im Wald nicht nur zu gucken, wo man hintritt, sondern auch nach oben zu schauen“, sagte er. Bäume, die schräg stünden oder an denen ein Ast angebrochen sei, solle man mit einem kleinen Bogen umgehen.

Wer den Wald besuche, solle sich stets als Gast verstehen, betonte von Eisenhart Rothe. „Man ist da in einem Naturraum, in dem es viele andere Lebewesen gibt, die man stören kann. Eine gewisse Ruhe ist gut, nicht herumschreien, nichts abknicken und ausreißen.“ Das Recht, Pilze zu sammeln, bleibe davon unberührt. Zugleich warnte er davor, die Waldbrandgefahr zu unterschätzen: „Wir sind aus der Waldbrandsaison noch nicht wirklich raus. Wenn es mal zwei, drei Wochen nicht regnet, sind wir schnell wieder drin.“ Er appellierte deshalb eindringlich: „Keine Feuer machen, nicht rauchen – wie man es auch in einer fremden Wohnung nicht machen würde.“

Die Aussichten für die Wälder bleiben nach Einschätzung des Experten düster. „Der Klimawandel setzt dem Wald sehr zu. Ich glaube, wir müssen uns mit den Gedanken anfreunden, dass es den Wald, wie wir ihn kennen, den gesunden und hohen Wald, den wird es nicht mehr so oft geben“, erklärte er. Die bisher heimischen Baumarten wie Buche und Eiche würden nicht mehr die allererste Rolle spielen. Wichtiger würden dagegen Arten wie die Edelkastanie und die Elsbeere, „die mit dem trockeneren und heißeren Klima besser zurechtkommen“. Der Wald der Zukunft werde sich also sichtbar verändern – und mit ihm die Anforderungen an alle, die ihn erleben möchten.

Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.